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Petra Führmann und Iris Franzke
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   Petra Führmann und Iris Franzke: Erziehungsprobleme beim Hund

Erziehungsprobleme beim Hund
Hier online bestellen
Verhaltensprobleme verstehen und lösen


Das Buch:
Ihr Hund tobt an der Leine, wenn Sie anderen Hunden begegnen? Er schlägt jeden Jogger in die Flucht oder hetzt Katzen und Rehe? Ihre Nachbarn beschweren sich über stundenlanges Bellen? Ihr Garten gleicht einem frisch gepflügten Acker? - Schluss damit!

Dieses Buch hilft Ihnen die häufigsten Probleme zu lösen, die im Zusammenleben mit Hunden auftreten können: von A wie Agression bis Z wie Zerstörungswut. Anhand von Fallbeispielen aus der langjährigen Erfahrung der Autorinnen werden die Ursachen für Problemverhalten aufgezeigt und Schritt für Schritt mögliche Lösungen beschrieben.

Die Autorinnen:
Petra Führmann und Iris Franzke leiten die 1992 gegründete und mittlerweile bundesweit anerkannte Aschaffenburger Hundeschule. Mit unterschiedlichen Methoden haben sie weit über 1.000 Hunde ausgebildet. Das umfangreiche Programm bietet individuelles Einzeltraining, Therapien für Problemhunde sowie Welpenfrüherziehung und Welpenspielstunden. Petra Führmann ist außerdem mit Nicole Hoefs, Autorin der beiden Hunde-Bestseller "Das Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde"und "Erziehungsspiele für Hunde".

Leseprobe:

Ignorieren - Belohnen - Bestrafen - Alternativverhalten?
Welche der genannten Möglichkeiten bei einem Fehlverhalten des Hundes sinnvoll sind, kann keinesfalls pauschal beantwortet werden. Wir möchten Ihnen hier einige Entscheidungshilfen und Merksätze geben:

Ignorieren

Ignorieren ist nur dann ein wirkliches Ignorieren, wenn Sie den Hund und sein Verhalten überhaupt nicht wahrnehmen (in Augen des Hundes!). D.h.: Kein Blickkontakt, kein Streicheln, kein Reden! Ignorieren ist in vielen Fällen als Erziehungshilfsmittel sinnvoll, in anderen nicht:

  • Das Verhalten darf auf keinen Fall auch nur annähernd selbstbelohnend sein. Beispiele:

    • Jagen (und damit ist auch schon das Verfolgen einer Fährte oder dem - in unseren Augen - erfolglosen Hinterherhetzen eines Tieres - gemeint).

    • Ankauen von Gegenständen (macht Spaß oder baut - bei Trennungsangst - Stress ab)

    • Anbellen von Artgenossen aufgrund von Aufregung oder Aggression = Stressabbauend. Zeigt der Hund das Verhalten nur aus Unsicherheit, könnte Ignorieren evtl. helfen. Die Unterscheidung ist hier jedoch extrem schwierig!
    • Müll- oder Kotfressen


  • Selbstverständlich sollte sein, dass der Hund durch seine Handlung niemanden belästigen oder gar gefährden kann.
  • Wenn das Ziel der Handlung des Hundes Aufmerksamkeit ist, ist Ignorieren das Mittel der Wahl (beispielsweise Manipulationsverhalten, Hochspringen)


Alternativverhalten einüben
  • Handelt es sich um erlerntes Verhalten, hat man mit dem Einüben eines Alternativverhaltens in der Regel Erfolg. Das Alternativverhalten sollte so gewählt werden, dass das ursprüngliche Verhalten nicht ausgeübt werden kann. Beispiel Verhalten: Hund verfolgt bellend Jogger. Alternativverhalten: Heranrufen und Sitz einüben!
  • Das Alternativverhalten muss genau so viel "Gewinn" (zu Beginn eher deutlich mehr!) für den Hund bringen, wie das Fehlverhalten. Beispiel: Es macht wenig Sinn, den Hund vom Jagen abzuhalten und dann mit einem kleinen Trockenfutterbrocken zu belohnen. Jagen ist wesentlich attraktiver für den Hund!
  • Bis das Alternativverhalten zuverlässig klappt, muss es sehr häufig geübt werden!


Positivverstärkung - Belohnen

Eine Belohnung oder Positivverstärkung ist es, wenn der Hund sie als angenehm empfindet.

Damit eine Belohnung Sinn macht, muss sie in erster Linie vom Hund auch als Belohnung empfunden werden. Beispiel: Ein eher ruhiger Hund wird ein geworfenes Bällchen eher nicht als attraktive Belohnung empfinden. Oder ein Hund, der nicht gerne frisst oder besonders attraktives Futter zu Hause erhält, wird sich über ein kleines Trockenfutterstück nicht besonders freuen. Hier sind so viele Möglichkeiten gegeben, wie es Hunde gibt (und das macht Hundeerziehung so individuell und spannend!). Deswegen ist es auch reichlich unsinnig, sich auf eine Methode zu versteifen, z.B. nur Spielbelohnung oder nur Futterbelohnung oder nur Futterbeutel oder nur Streicheln oder, oder, oder. Hüten Sie sich vor "Nur so geht das" - Aussagen!


  • Die Belohnung muss im richtigen Moment erfolgen, damit der Hund sie auch mit der erwünschten Verhandlung verknüpfen kann (2-Sekunden-Regel!). Hier muss besonders das Kapitel "Belohnung von Nichtverhalten?" (siehe Seite…) beachtet werden.
  • Die Belohnung muss attraktiver als ein mögliches selbstbelohnendes Verhalten sein. Beispiel: Hund wird vom Spiel mit anderen Hunden erfolgreich abgerufen und erhält als Belohnung lediglich einen trockenen Keks. Sinnvoller wäre hier ein lebhaftes gemeinsames Rennen mit ihm, ein Futtersuchspiel oder - am besten - ihn gleich wieder zu seinen Kameraden rennen zu lassen.
Anmerkung: Alle Hinweise beziehen sich auf die Lernphase. Ist das erwünschte Verhalten gefestigt und funktioniert zuverlässig, kann die Qualität der Belohnung sowie die Häufigkeit reduziert werden. Hin und wieder auffrischen!!!

Negativverstärkung - Bestrafung

Zur Unterscheidung: Als Bestrafung bezeichnet man ein Zufügen von negativen Einwirkungen nachdem das unerwünschte Verhalten ausgeführt wurde. Dies ist in der Hundeerziehung natürlich völlig unsinnig, zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Mensch (oder lässt es erst gar nicht entstehen). Entgegen der immer noch weit verbreiteten Meinung, man könne einem Hund seine Missetat zeigen oder gar erklären, weil er doch eindeutig "ein schlechtes Gewissen hat", zeigt der Hund auf Vorhaltungen oder körperliche Zurechtweisung nach seiner "Untat" lediglich Beschwichtigungsverhalten und versucht damit, seinen aggressiven Besitzer wieder milder zustimmen.

  • Negativverstärkung hat genau wie die Belohnung als Positivverstärkung nur einen Sinn, wenn der Hund die Möglichkeit hat, sie mit seiner Handlung zu verknüpfen (2-Sekunden-Regel!).
  • Die Negativverstärkung muss das unerwünschte Verhalten sofort und dauerhaft abstellen (dauerhaft ist - wie immer - individuell zu verstehen). Beispiel: Ihr junger Hund kaut das Tischbein an. Ihr lautes und strenges NEIN ist die erste Stufe einer Negativverstärkung. Ein sensibler Hund wird sich erst einmal eingeschüchtert einer anderen Beschäftigung zuwenden. Vielleicht fällt ihm das Tischbein am nächsten Tag wieder ein. Dies wäre für einen jungen Hund "dauerhaft" genug. Blickt er Sie jedoch nur fragend an, überlegt 10 Sekunden und nagt dann weiter, hat ein NEIN bei diesem Hund nur wenig Sinn. Im Gegenteil: Er würde nach einigen erfolglosen Wiederholungen Ihrerseits lernen, dass man ein menschliches NEIN getrost ignorieren kann.
  • Eine ansteigende Negativverstärkung ist beim Hund nur sinnvoll, um ihm die Konsequenzen seines Verhaltens deutlich zu machen. Beispiel für ein Stufenprogramm beim Welpen:
    • 1. Stufe: Energisches und strenges NEIN
    • 2. Stufe: Nein und gleichzeitig leichter Schnauzgriff
    • 3. Stufe: Nein und gleichzeitig fester Schnauzgriff
    • 4. Stufe: Nein und gleichzeitig sehr fester Schnauzgriff und einige Sekunden festhalten (Lefzen des Hundes gegen seine eigenen Zähne drücken)
    Stellt man nach einigen Tagen fest, dass der Welpe prinzipiell erst nach Stufe 3 reagiert, kann man Stufe 1 und 2 erst einmal weglassen, da der Welpe sonst nur immer unempfindlicher mache (er lernt, die unangenehme Einwirkung auszuhalten).
  • Es gilt also, die jeweilige individuelle Empfindlichkeit des Hundes herauszufinden und eine Negativverstärkung dementsprechend zu wählen. Beispiel: Beim sehr geräuschempfindlichen Hund genügt vielleicht das leichte Rasseln einer Wurfkette um ihn vom Anbellen anderer Hunde abzuhalten, ein Schnauzgriff hingegen beeindruckt ihn gar nicht. Auch hier sind so viele Möglichkeiten gegeben, wie es Hunde gibt
  • Der Hund muss psychisch in der Lage sein, die Negativverstärkung zu verkraften. Fallbeispiel: Ein sehr sensibler und eigentlich eher nervenschwacher Collie ist gleichzeitig ein so großer Jäger, dass er sich weder durch ein langes Schleppleinentraining sowie alle anderen Maßnahmen davon abhalten lässt. Selbst die Disk nützt nichts angesichts eines Hasen. Hier bleibt eigentlich nur noch das Stromreizgerät, was aber bei diesem Hund höchstwahrscheinlich zu einem Nervenzusammenbruch führen würde. Der Einsatz kann also keinesfalls befürwortet werden, der Hund wird sein Leben lang in wildreichen Gebieten an der Schleppleine laufen.

Fazit:
Ein Buch, dass in keinem Hundehaushalt fehlen sollte. Es gibt praxisnahe Tipps mit vielen Bildern, Problemlösungen werden Schritt für Schritt erläutert - aber auch die Problemprävention steht im Vordergrund. Denn ein Problem zu verstehen, hilft zu verhindern, dass es überhaupt erst entsteht.

In unserem April-Gewinnspiel verlosen wir zwei handsignierte Exemplare dieses Buches. Hier mitmachen!

Erziehungsprobleme beim Hund
Verhaltensprobleme verstehen und lösen
Petra Führmann und Iris Franzke
Preis: 22,90 Euro
ISBN: 3-440-09478-2
240 Farbfotos, Gebunden ,176 Seiten


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