Hunde sind keine Kinder im Pelzmantel
Wer sich als Single für das Zusammenleben mit einem Hund entschieden
hat, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Vierbeiner nur bedingt
der menschlichen Gefühlswelt gerecht werden kann. Hunde reagieren wie
Hunde, nicht wie Menschen, und es ist keine Hundeliebe, wenn man
menschliches Denken und Fühlen auf die Wolfsabkömmlinge projiziert.
Die Unsitte mancher Zeitgenossen, Hunden ein Wochenende im Hundehotel
mit Luxusmenü und Maniküre oder Pediküre zu schenken, gilt unter
Hundefachleuten als ebenso skurrile Verirrung wie der Hang zu
Markenkleidung für Hunde, deren Nervenkostüm dadurch ebenso
strapaziert wird wie durch neumodische Hundeparfums, die das
Geruchsvermögen des solchermaßen "Veredelten" manipulieren.
Wer meint, sich einen Hund als Menschen-Ersatz halten zu müssen, wird
sehr bald Besitzer eines neurotischen Nervenbündels sein, das entweder
um sich beißt oder andersartige Verhaltensauffälligkeiten zeigt, die
der Korrektur durch einen Fachmann bedürfen.
Bei aller Anpassungsfähigkeit und sozialen Veranlagung des Hundes
dürfen dessen Primärbedürfnisse nicht vernachlässigt werden. Nur ein
Hund, der sich wie ein Hund benehmen darf, wird seinem Besitzer Freude
machen, wird ein treuer und gehorsamer Begleiter sein. Man darf dabei
nicht vergessen, dass es durch Menschenhand zur Zucht und Veredelung
unzähliger Rassen kam, die sich durch ihre zielgerichtete Entstehung
und Selektion auch durch unterschiedliche Veranlagungen auszeichnen.
Je nach Aufgabe, für die eine Hunderasse ursprünglich gedacht war,
wird sich ihre Veranlagung äußern, welcher der Single-Mensch bei
seinen Erziehungsbemühungen Rechnung tragen muss. Es ist ein Irrglaube
zu meinen, es gebe den Hund an sich. Jede Rasse zeigt rassetypische
Bedürfnisse, die sich nicht auf andere Rassen oder Mischlinge
übertragen lassen. Selbst innerhalb der einzelnen Rassen gibt es
unterschiedliche Grade an Ausprägung verschiedener Verhaltensmerkmale,
je nach Art der Sozialisation beim Züchter.
Das bedeutet für den angehenden allein lebenden Hundebesitzer, dass
nicht jedes erwünschte Verhalten auf alle Rassen übertragbar ist, dass
eingehende Information über Rasse und Herkunft des künftigen Hundes
erforderlich ist.
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