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Frank Hess: Jetzt kommt Egon
Ein Hundebuch der etwas anderen Art
Das Buch:
Nicht alles, was wir sehen, verstehen wir. Über Alltägliches machen wir uns kaum Gedanken oder
nehmen es gar nicht mehr wahr. Weil uns nichts fremd erscheint, bleibt uns manches unerkannt. Wir haben die
Zauberwörter der Kindheit vergessen: Was, wie und warum?
Klein-Egon, ein Hundewelpe, erlebt gewissermaßen für uns noch einmal die Zeit des größten Wissenserwerbs.
Jeder Tag wird für ihn ein Tag großer Entdeckungen. Wohlbehütet im Kreise seiner Menschen- und Tierfreunde
stürmt er von einem Abenteuer zum anderen, hinterfragt den Zweck der Gräser und der Käfer, der Vögel und der Kühe,
des Fußballspiels im Fernsehen, der Werbung und vieler anderer mehr oder minder nützlicher Dinge. Er zerbricht
sich den Kopf über menschliche Erfindungen und den Ursprung der Sprachen. Alles im Leben hat einen Sinn, stellt
er "philosophisch" fest. Bis der kleine Hund eines Tages selbst zum Beschützer werden muss, weil in der
Welt doch nicht alles so harmonisch eingerichtet ist, wie sich sein kleiner Kopf das ausgedacht hat. An
dieser Stelle endet Egons Kindheit und damit auch dieses Geschichtenbuch.
Der Autor:
Dr. Frank Hess, Arzt in einem Dorf in Vorpommern, hat die Geschichten für uns mit dem ihm eigenen Humor
aufgeschrieben. Fast alles, was im Buch steht, haben Egon und er wirklich erlebt. Alltagsgeschichten eben.
Aber man muß sie auch wahrnehmen können, die kleinen Dinge rechts und links unseres Weges durchs Leben. Und
man sollte sich darüber wundern und freuen können. So wie Klein-Egon und sein Autor. Und sicherlich auch die
Leser dieses Buches.
Leseprobe:
Guten Tag, mein Name ist Egon
[...] Dexter zeigte mir dann noch das ganze Grundstück. Da konnte man allerhand entdecken. Wieder tobte
ich mit Dexter herrlich herum. Als er einmal auf dem Rücken lag und mit geschlossenen Augen mich lächelnd
an ihm rumzotteln ließ, fielen mir zwischen seinen Hinterbeinen zwei Dinger auf, an denen fast keine
Haare waren. Sie glänzten förmlich in der Morgensonne. Herzhaft biss ich zu.
Scheinbar hatte ich irgendetwas falsch gemacht, denn der gutherzige und verspielte Dexter heulte plötzlich
laut auf, sprang wie verrückt hoch, packte mich und schleuderte mich glatt fünf Welpenlängen weit in einen
Busch. Richtig gebissen hat er mich aber nicht. Aha, scheint eine empfindliche Stelle zu sein! Ich wollte
es mir für später merken. Zunächst nahm ich mir aber vor, auszuprobieren, ob das nur bei Dexter so ist, oder
bei allen Hunden. Ich hatte damals an der Stelle nur so zwei kleine Knubbel, die eigentlich gar nicht abstanden.
Nachher mal sehen, wie das bei Fritzi ist!
So richtig böse war Dexter aber nicht mit mir. Als ich ihm zur Versöhnung kamaradschaftlich in den Schwanz biss,
war er auch gleich wieder nett zu mir. Aber auf den Rücken gelegt hat er sich erstmal nicht! Auch wollte
er mal ein bisschen ruhen. Also ging ich allein weiter auf Exkursion. Ich hatte nämlich da vorhin noch mehr
Tiere erblickt! Da war wieder so eins, das hatte ich in meinem Kinderschuppen noch nie gesehen. Es war so
hoch wie ich, hatte aber mehr Haare und einen runden Kopf. Beim Gehen machte es keine Geräusche. Vorsichtig
beschnupperte ich es. Ganz weich und nahezu geruchlos war das Lebewesen. Aber zum Spielen taugte es nicht. Als
ich toben wollte, lief es einfach weg. Dann fand ich so ein kleines lustiges Tier, dass aussen ganz hart war und
aus dem ein weiches Glibberding raushing. Letzteres war aber, als ich daran schnuppern wollte, ganz fix in dem
harten Gehäuse verschwunden!
Spielverderber, dacht ich und biss mal rein. Es knackte und schmeckte komisch. Was die Franzosen wohl an
Schnecken so gut finden? Dann hörte ich meinen Zweibeiner mehrmals "Egon" rufen. Das war ja ich! Mal sehen,
was er so will. Ich lief hin. Darüber freute er sich halbtot und gab mir einen kleinen Hundekeks. Dexter
war auch gekommen, vorsichtshalber, schon wegen der Kekse. Ich fragte ihn nach dem schwarzen weichen Tier
vorhin, das gleich weggelaufen ist. Eine Katze namens Milli war das also. Die sind ja völlig ungefährlich.
Dachte ich.
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Fazit:
Ein herrliches kleines Buch zum Schmunzeln, aus der Sicht des kleinen Welpen geschrieben, der seine Welt entdeckt und
zu erklären versucht. So vieles ist unbekannt, alles spannend und manchmal auch furchteinflößend, wenn man
wie Klein-Egon aus seiner sicheren Welt der Wurfkiste, in die große weite Welt der Zwei- und Vierbeiner überwechselt.
Jetzt kommt Egon
Ein Hundebuch der etwas andern Art
Frank Hess
Preis: 9,40 EUR
ISBN: 3-937844-12-0
136 Seiten, 24 Farbfotos
Geest-Verlag
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