Das Spielzeug ist öde? - Oder: Der Triebaufbau bei einem Hund mit wenig Interesse an Spielzeug
Trick siebzehn. Den kriegen wir, den Burschen. Zuallererst verschwindet sämtliches Hundespielzeug aus dem Hundealltag. Nichts liegt mehr herum, nicht einmal eine Kaustange oder Ähnliches. Das Spielzeug gehört dem Ausbilder! Das ist grundsätzlich so und hat mit dem "K-Wort" zu tun.
Zu Beginn leint ihr euren desinteressierten Hund an (ja, bitte!) und beginnt selbst, mit der Scheibe zu spielen. Einfaches Hochwerfen genügt hier völlig. Wichtig ist nur: Euer Hund hat noch keinen Kontakt zur Scheibe, auch wenn er Interesse zeigt. Dieses Spiel praktiziert ihr über einige Tage, aber nie so lange, dass Euer Hund einschläft. Ein oder zwei Minuten, mehrmals über den Tag verteilt, sollten genügen. Nach einiger Zeit sollte auch der faulste Wauz wenigstens begriffen haben, dass mit diesem Plastikteil irgendetwas besonders sein muß - wo es euch doch so beschäftigt - und: dass er nicht bekommt. Wie ärgerlich. Das macht das Ding aber nun wirklich spannend.
Nun versucht ihr, diese Scheibe - nachdem ihr selbst damit gespielt habt - kurz auf dem Boden schnell vom Hund weg zu bewegen. Aber Achtung! Ganz wichtig: auf die Länge der Leine achten! Ein (wenn auch unbeabsichtigter Leinenruck würde mit ziemlicher Sicherheit wieder Desinteresse beim Hund zu Folge haben! Na, kommt euer eben noch desinteressierter Hund in Schweiß? Folgt er der über den Boden bewegten Scheibe? Dann verschwindet die Scheibe sofort wieder und das Spiel ist zu Ende. So baut Ihr über mehrere Tage das Interesse des Hundes durch ein gezieltes Anbieten und anschließend Vorenthalten der Scheibe immer weiter auf.
Läuft euer Hund nun garantiert der über den Boden gezogenen Scheibe nach, darf er auch anbeißen. Sobald er dies getan hat, überlasst ihr ihm die Scheibe, um ihn gewinnen zu lassen. Trägt er die Scheibe, versucht ihr, ihn zum Laufen zu animieren, um durch allein das "Beute tragen dürfen" die Gewinnsituation für ihn noch deutlicher zu machen. Läßt er während des Laufens die Scheibe fallen: bitte nicht zurücklaufen und diese wieder aufheben oder vom Hund aufheben lassen! Wenn die Scheibe fallengelassen wird, ist sie unwiederbringlich weg! Karnickel futsch. So ist das Leben.
Auf diese Art steigert ihr das Spiel so weit, dass euer Hund der Scheibe spontan folgt, anbeisst und sie bereitwillig trägt. Achtet auf seine Rute! Sie soll hoch getragen werden, vor lauter Begeisterung. Nun beginnt ihr mit einem leichten Gegenhalten beim Anbeißen, überlasst eurem Hund die Scheibe, aber dann sofort. Dieses Gegenhalten steigert ihr mit der Zeit, bis der Hund ausgiebig mit euch um die Scheibe streitet.
Na bitte. Von wegen Desinteresse.
|