Mittelfindung
Die Therapie erfolgt individuell, denn sie wird nie unmittelbar auf die Krankheit oder
ihren Auslöser zurückgeführt, sondern immer auf die genaue Symptomatik des Kranken abgestimmt. Es gibt
daher in der Homöopathie keine Standardtherapie, wichtig ist immer erst eine genaue Anamnese des
jeweiligen Patienten, für den nach vielerlei Kriterien das für ihn passende Mittel gesucht wird. Daher
ist es nicht sinnvoll, ein Mittel, das beispielsweise der Besitzer von seinem Therapeuten gegen einen
Schnupfen bekommen hat, eigenmächtig einzusetzen, wenn irgendwann einmal den Hund eine Erkältung plagt.
Ein anderer Patient mit der gleichen Erkrankung zeigt meist völlig andere Symptome, die entsprechend auf
ein anderes Mittel hinweisen.
Die Mittelfindung beim Tier muß an die Humanhomöopathie angepaßt
werden, hierzu einiges zur Erläuterung: Es existieren mehrere hundert Mittel, die u.a. aus
pflanzlichen, tierischen, mineralischen, metallischen oder krankheitserregenden Bestandteilen (Nosoden)
gewonnen werden und die wiederum bei vielen tausend Einzelsymptomen wirksam sein können. Dabei werden
die Ursubstanzen verschiedentlich verdünnt (potenziert), wobei beispielsweise D-Potenzen niedriger
verdünnt sind, als C-Potenzen. Da jedes Mittel verschiedene Symptome abdeckt und anders herum viele
Symptome bei verschiedenen Mitteln vorkommen, muß man ein System anwenden, mit dem man das "passenste"
Mittel für den Kranken findet. Dabei muß darüber hinaus bedacht werden, daß nicht jede Krankheit alle
Symptome eines Mittels zeigt und nicht jedes Mittel alle Symptome eines Kranken beinhaltet.
Um aus den vielfältigen Möglichkeiten die richtige auszuwählen, wendet man das Verfahren des
Repertorisierens an, nachdem man die konkreten Krankheitssymptome eines Patienten mithilfe von
Nachschlagewerken auf zutreffende Mittel überprüft und anschließend berechnet, welche Mittel die höchsten
Trefferquoten aufweist. Nachdem dadurch eine kleine Auswahl von Mitteln übrig bleibt, muß man diese
noch genau untersuchen um eine Wahl zu treffen. Für einen Laien mag sich diese Prozedur zunächst
kompliziert anhören, aber es handelt sich letztendlich um eine Technik, die für jeden Interessierten
erlernbar ist.
Nach jahrelanger Übung und durch vorhandene Erkenntnisse kann ein erfahrener
Therapeut bewährte Mittel bei bestimmten Indikationen einsetzen, ohne den zuvor beschriebenen aufwendigen
Weg zu gehen. Daraus resultierten Werke, wie sie in vielen Hausapotheken zu finden sind
(z.B. H.G. Wolf "Unsere Hunde - gesund durch Homöopathie"), die es auch dem ungeübten Tierbesitzer
ermöglichen, einen Einstieg in die Homöopathie zu finden.
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