Hundegeschichten - die Abenteuer
des Dackels Strolch
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Hundegeschichten - die Abenteuer des Dackels Strolch

Aufnahme in die Familie

Eines Tages kam Vater nach Haus und schaut uns an wie der Weihnachtsmann persönlich. "Ich habe eine große Überraschung für euch, kommt mal mit raus und seht im Auto nach!" Mein Bruder Micha, meine Mutter und ich liefen schnell auf die Straße. Auf dem Rücksitz des Trabbi saß ein braungelockter Hund mit Schlappohren und kurzen Beinen, der uns mit bittenden und schelmischen Augen ansah.
Mein Bruder und ich waren hellauf begeistert, nur Mutter guckte recht skeptisch. "Woher hast du ihn? Wie heißt er? Soll er bei uns bleiben? Hat er Flöhe?" Die Fragen überstürzten sich.
Schon lange hatten wir Kinder uns einen Hund gewünscht, doch die Mutter hatte mit dem Einwand, daß ein Tier regelmäßige Betreuung und Pflege braucht, bisher immer die Bremse eingelegt. Sie traute uns da nicht viel Stehvermögen zu.
Aufnahme in die Familie
Aufnahme in die Familie
Der Vater berichtete: "Schon fast eine Woche treibt sich der Hund in unserem Betrieb herum. Überall wird er verjagt. Entweder man hat ihn ausgesetzt, oder er hat sich verlaufen. Wir haben schon die Stadtverwaltung und die Polizei verständigt. Ein Besitzer hat sich nicht gemeldet. Nun sollte er ins Tierheim." Micha öffnete die Autotür, der Hund sprang aus dem Auto, lief auf uns zu und nahm eine demutsvolle und bittende Haltung ein. Er ließ sich von uns Kindern streicheln. Seine Augen waren bernsteinfarben mit dunklen Punkten. Es sah aus, als ob er schelmisch lächelte. Durch seine glänzend schwarze Nase und den steil aufgestellten Schwanz wirkte er frech und unternehmungslustig.
Mutter sagte : "Wie schmutzig er ist. Er hat ganz bestimmt Flöhe. " Es war für uns Kinder schon eine halbe Zusage, daß wir ihn behalten können.
Vater verhielt sich diplomatisch "Nehmen wir ihn erst einmal ins Haus, er wird Hunger haben." "Wie soll er denn heißen?" fragte ich. Mutter überlegte und meinte: "So durchtrieben, wie der aussieht, ein richtiger Strolch."
"Hurra", riefen die Kinder, "Nun haben wir endlich einen Hund, einen Strolchi ." Mit Mutters Namensvorschlag war uns klar, daß auch sie gleich unser neues Familienmitglied ins Herz geschlossen hatte.
Er wurde erst einmal gebadet und frottiert, ich kämmte ihm seine verfilzten Haare. Micha holte einen flachen Korb vom Boden, legte eine alte Decke rein und stellte dann Strolchis Schlafplatz in die Diele. Mutter sucht zwei ausgediente Schüsseln, füllte die eine mit Wasser und die andere mit gekochtem Hühnermagen.
Wir standen alle in der Diele um ihn herum und freuten uns, daß es ihm so gut schmeckte. "Nun aber ins Bett, Kinder! " sagte Vater.
Wir waren so aufgeregt und konnten nicht einschlafen. Ich schlich mich noch mal in die Diele und schaute nach Strolchi. Der lag ausgestreckt in dem Korb und schlief. Was wird er wohl in der ersten Nacht in unserem Haus träumen?
Am nächsten Morgen mußten wir nach dem Aufwachen erst einmal unser neues Familienmitglied begrüßen. Strolchi kam uns schwanzwedelnd entgegen. "Ab morgen kümmert ihr euch aber um Strolch" sagt Mutter im strengen Ton.
"Du, Micha, mußt dich da gut mit Anne absprechen, wer ihn versorgt. Damit gleich die Fronten geklärt sind, das wird künftig allein eure Aufgabe sein. Und ins Wohnzimmer oder ins Kinderzimmer kommt der Hund auf keinen Fall."
Abends lag dann Strolch schon auf einem Sessel der Sitzecke im Wohnzimmer, ließ sich von allen Familienmitgliedern streicheln, hatte die kurzen Beine ausgestreckt, den Kopf auf die Vorderpfoten gelegt und die Augen geschlossen. Er genoß es, gestreichelt und verwöhnt zu werden.
Wir stellten viele Vermutungen an, wo er wohl hergekommen sein mag und was er für Abenteuer in seinem bisherigen Hundeleben durchlebt hat. Micha sagt" Strolchi, erzähle uns doch etwas aus deinem bisherigen Leben!" Doch der machte nur ein Auge auf, sah ihn kurz und allwissend an, streckte sich und schlief friedlich und zufrieden weiter.


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