Hundegeschichten - die Abenteuer des Dackels Strolch
Strolch wird unser Spielgefährte
Der Hund wurde schnell zum Mittelpunkt unserer Familie.
Er konnte sich mit uns freuen, ausgelassen und lustig sein, er roch aber auch geradezu dicke
Luft schon 10 Meilen gegen den Wind.
Dann verdrückte er sich in sein Körbchen oder unter das Bett.
Die Versorgung klappte durch uns Kinder nicht immer reibungslos, Vater und Mutter beschämten
uns hin und wieder wegen unserer Vergeßlichkeit.
Strolch war fortan an allen gemeinsamen Freizeitunternehmen der Familie beteiligt. Besonders
gern unternahm er mit uns Streifzüge durch den Wald oder Autofahrten. Sogar nach Tschechien zu
unseren Freunden Jirsina und Antonin kam er mit.
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Strolch wird unser Spielgefährte |
Wenn wir "Mutter, Vater, Kind" spielten, mußte Strolch das Kind sein. Er bekam Babysachen an
und wurde in den Puppenwagen gelegt.
Ich habe aus dem Strampelanzug ein Stück ausgeschnitten, damit der Schwanz durch paßt. Die
Pfoten legte ich auf die Kinderwagendecke, da sah er mit seinem Mützchen aus wie der Wolf in
dem Märchen Rotkäppchen. Lange blieb er da aber in der Regel nicht liegen, dann sprang unser"
Kind" heraus und flitzte davon.
Gern ließ er sich im Fahrradkörbchen durch das Dorf kutschieren.
Er hielt dann die Nase steil gegen den Wind und die langen Ohren flatterten um den Kopf.
Mutter mahnte uns: "Ein Hund darf nicht vermenschlicht werden, ich will nicht, daß ihr den
Strolch quält."
Doch Strolch machte sich schon energisch bemerkbar, wenn ihm etwas nicht gefiel.
Mit der Zeit war es so, daß eigentlich alle Familienmitglieder nach seiner Pfeife tanzten und
er "Herr im Hause" wurde. Er bellte energisch, wenn er in den Garten oder in das Haus wollte.
Wehe, wenn da nicht gleich einer an der Tür war! Er konnte dann sehr laut und durchdringend
bellen, so daß wir schon wegen der Nachbarn los flitzten und die Tür öffneten.
Wenn er allerdings keine Lust hatte, wieder ins Haus zu kommen, schrien wir uns oft die Kehle
aus dem Leibe und der niederträchtige Strolch saß unter dem Forsythiastrauch und rührte sich
nicht vom Fleck. Nur wenn dann ein Familienmitglied sagte: "Will denn der Strolch nicht mit
dem Auto fahren?", kam er aus seinem Versteck.
Das Autofahren wollte er nicht verpassen. Auch mit den Miezen konnten wir ihn locken. Es
brauchte dann nur jemand sagen:" Na , wo sind denn die Miezen?", dann durchstöberte er sofort
alle Ecken des Gartens. Miezen duldete er nicht in seinem Revier, es waren seine Todfeinde.
Wenn wir Kinder Kummer hatten, erzählten wir ihn Strolchi. Er sah uns dabei aufmerksam und
verständnisvoll an und strich mit seiner samtweichen Schnauze an unseren Händen oder Knien entlang.
Nach einem solchen "Gespräch" war uns gleich wieder wohler ums Herz. Geteilter Kummer ist halber
Kummer.
Auch wenn Mutter und Vater Sorgen hatten, saßen sie neben Strolchi, streichelten ihn und sprachen
von ihren Problemen.
So entwickelte sich zwischen den Familienmitgliedern und unserem Hund ein sehr inniges Verhältnis.
Auch wenn wir keine gemeinsame Sprache hatten, konnten wir uns doch sehr gut verständigen. Wir
wurden in die Erlebnisse des Hundes Strolch eingeweiht, die ich nun erzählen möchte.
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