Hundegeschichten - die Abenteuer des Dackels Strolch
Strolch im Schneegestöber
Wenn Strolch früh erwachte , streckte er sich, putzte sein Fell und
sich vor die Windfangtür. Alle Familienmitglieder wußten, daß Strolch dann erst einmal raus wollte,
um alle Ecken abzuschnüffeln und das Beinchen zu heben. Heute staunte er nicht schlecht, als er aus
der Haustür kam. Vorgarten und Straße sahen ganz anders aus als sonst. Alles um ihn herum war weiß,
es glitzerte und funkelte und es lief sich wie auf weicher Watte. So etwas hatte Strolch noch nie
gesehen und erlebt! Weiche Flocken fielen ihm auf die Schnauze, auf die Ohren und auf die
Schwanzspitze. Langsam stapfte er durch den Schnee. Vorsichtig steckte er seine Nase in die weichen
Flocken. Huch, wie kalt und naß das war! Strolch schüttelte den Kopf, so daß seine langen Ohren hin
und her flatterten. Anne und Micha schauten zur Haustür heraus und riefen: "Hurra, hurra, es hat
geschneit, endlich können wir einen Schneemann bauen! " Schnell schoben sie mit den Händen etwas
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| Strolch im Schneegestöber |
Schnee zusammen und warfen ihn nach Strolch. Der war so erschrocken, daß er schnell über die Straße
rannte, ins Rutschen kam und gegenüber im Feld auf dem Bauch landete. Das tat gar nicht weh und
machte Spaß. Im Zickzack lief er über das Feld, freute sich über die tanzenden Flocken vor seiner
Nase und über die Spuren, die seine kurzen Beine im Schnee hinterließen. Mutter rief: "Nun aber rein
mit euch, Kinder, ihr müßt in die Schule. Strolch, ab in dein Körbchen, dein Fell ist ganz naß."
Strolch schüttelte sich in der Diele, der Schnee war zu Wasser geschmolzen, so daß die Tropfen herum
spritzten und Mutter schimpfte. Anne holte schnell einen Lappen und wischte die Pfütze auf. Strolch
war ganz aufgeregt. "Heute nach der Schule toben wir im Garten und bauen einen Schneemann "sagte
Micha zu Strolch. Anne beneidete den Hund, weil er nicht in die Schule mußte.
Der Nachmittag war wunderschön. Micha holte den Schlitten aus dem Schuppen, Anne setzte sich mit
Strolchi drauf. Ab ging es in Richtung Wald. Anne spornte ihr "Pferdchen" an, etwas schneller zu
laufen. Strolch sprang immer mal vom Schlitten und umkreiste den Schlitten. Das war eine lustige
Fahrt!
Zu Hause angekommen, war Vater von der Arbeit zurück und löste sein Versprechen ein. Wir rollten
im Garten Schnee zu Kugeln zusammen, Strolch wollte auch helfen, indem er die Schneekugel mit der
Nase anstieß, doch die rückte keinen Zentimeter weiter.
Der Schneemann bekam einen Platz unter dem Haselnußstrauch.
Eine große, mittlere und kleine Schneekugel wurden übereinander gesetzt. Micha holte einen alten
Topf aus dem Schrottbehälter, den bekam der Schneemann als Hut auf den Kopf. Anne sucht ein paar
Stöckchen und auch Steine. Strolch beteiligte sich an der Suche unter dem Schnee. Er scharrte
eifrig mit den Vorderpfoten, so daß einige Steine und Äste zum Vorschein kamen. Der Schneemann
erhielt Augen, eine schwarze Nase aus einem Kohlestück und einen Mund.
Schade, daß wir keine Möhre als Nase im Haus hatten! Micha band dem Schneemann noch seinen Schal
um, dann bewunderten wir unser Werk. Mutter kam auch in den Garten und lobte uns, was wir für einen
schönen Schneemann gebaut hätten. Wir faßten uns an und tanzten um ihn herum. Das hat dem Strolchi
gefallen! Er wollte gar nicht damit aufhören. So ging ein schöner Tag zu Ende.
Als wir am nächsten Tag erwachten und aus dem Fenster sahen, war die weiße Pracht dahin geschmolzen.
Zum Glück kamen noch viele schöne Wintertage. Die Schlittenfahrt durch den Wald mit Richters Pferd
Tine und dem Pferdeschlitten ist für uns ein unvergeßliches Kindheitserlebnis. Es war ein sonniger
Tag, auf den Ästen der Kiefern lag zentimeterhoch der Schnee.
Tine galoppierte den Waldweg entlang, wir bewunderten die weiße Pracht. Wenn wir einen herunter
hängenden Ast streiften, fiel uns eine Schneewolke ins Gesicht. Das machte Spaß.
Wir mußten nur aufpassen, daß Strolch der Tine nicht zu nahe kam.
Tine konnte Hunde nicht leiden. Ansonsten war es ein ganz braves Pferd. Manchmal ist Vater mit uns
auf Tine in die Pilze geritten.
Immer wieder gern sehen wir uns in der Familie Bilder aus dieser Zeit an. Dann werden die
Erinnerungen lebendig.
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