Hundegeschichten - die Abenteuer
des Dackels Strolch
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Hundegeschichten - die Abenteuer des Dackels Strolch

Wie unser Strolch auf Brautschau ging

Daß der Strolch zur Familie gehörte, mußten auch Gäste, die zu uns zu Besuch kamen, akzeptieren. Ihm gehörte im Wohnzimmer ein Sessel, auf dem er liegen durfte. Wenn sich Besuch auf diesen Sessel setzte, mußten sie diesen Platz mit dem Dackel teilen oder sich eine andere Sitzgelegenheit suchen. Ermahnungen waren sowieso sinnlos, meine Mutter hatte immer mal solche Anwandlungen.
"Dackel sind mit ihrer Sturheit und Eigenwilligkeit viel schwerer erziehbar als unsere Kinder" sagte Vater entschuldigend, wenn Strolch nach dem dritten Rufen immer noch nicht kam. "Da muß man mindestens vier Dackel haben, damit wenigstens einer kommt, wenn man ruft."
Strolch versteckte sich oft hinter Büschen oder hinter dem Telegraphenmast vor dem Haus. Manchmal sahen wir nur ein braunes Ohr. Schlichen wir uns dann an, ließ er uns in Reichweite kommen und büchste wieder aus. Wie oft haben Micha, ich und die Eltern den Stromer gesucht! Es war eben ein richtiger Strolch.
Wie unser Strolch auf Brautschau ging
Wie unser Strolch auf
Brautschau ging
Einmal kamen Kinder aus dem Dorf und sagten: "Euer Strolch jagt Angermanns Gänse immer die Dorfstraße hoch und runter!" Da ist Vater gleich mit dem Auto los und hat den bösen Strolchi eingefangen. Das hätte ganz schön viel Ärger gegeben und wäre auch für uns teuer geworden. Obwohl sich Strolchi in unserer Familie sehr wohl fühlte und alle Familienmitglieder sehr liebte, war er ein Hund und es zog ihn zu seinen Artgenossen.
Ganz schlimm war es, wenn eine Hündin im Dorf läufig war, dann sahen wir unseren Strolch oft tagelang nicht, was immer eine Krisensituation in der Familie auslöste. Die Aufregung und die Suche nach dem Dackel beschäftigte dann die ganze Familie und auch die Nachbarn.
Einmal hatte er sich in der Hütte von Springers Hündin eingemietet. Uns und auch Springers gelang es tagelang nicht, Strolch aus der Behausung seiner Freundin zu locken. Der tagelange Besuch blieb aber zu unserer Erleichterung ohne Folgen, Schäferhund-Dackelkinder kamen nicht auf die Welt.
Wahre Marathonläufe absolvierte Strolch immer dann, wenn die schöne Bessi vom Bäcker läufig war. Sechs Kilometer legte er von unserem Wochenendhäuschen in der Dübener Heide bis in unser Dorf zurück, um Bessi zu besuchen. Von Dorfbewohnern wurde dann beobachtet, wie er an den Schafteichen erst einmal einen Zwischenstopp einlegte und baden ging. Naß wie eine Ratte und verdreckt saß er dann vor dem Grundstück des Bäckers und himmelte Bessi an. Er war nicht der einzige Bewerber. Oftmals saß da auch noch Webers Charly, ein Pudel aus der Nachbarschaft. Nach einem Ganztagsausflug kehrte dann Strolch wieder in unser Waldhäuschen zurück oder wir holten ihn mit dem Auto.
Der rothaarige Jäger in dem Waldrevier, in dem unser Wochenendhäuschen stand, kam zu uns und sagte: "Wenn ich euren Dackel noch mal streunend im Wald treffe, schieße ich ihn ab." Mutter und Vater meinten: "Das ist ein böser Mensch. Er kennt doch unseren Strolch. Wie kann er uns damit drohen, ihn abzuschießen?"
Das Wochenendgrundstück war nicht eingezäunt. Seitdem ließen wir den Strolch aber nicht mehr ohne Leine durch den Wald laufen. Bessi bekam Junge. Wir waren sehr gespannt, ob Strolch der Vater war. Doch die jungen Hunde hatten keine kurzen Beine, keine Schlappohren und kein braunes Fell. Sie hatten schwarz gelocktes Haar wie der Pudel Charly. Schade!


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