Hundegeschichten - die Abenteuer des Dackels Strolch
Strolchis schlimme Verletzung
Strolch war ein sehr temperamentvoller mutiger und wagehalsiger Hund. Wenn ihm auf der Straße ein
großer Hund entgegen kam und anbellte, dann zog er nicht den Schwanz ein, sondern ging mutig auf
ihn zu. So war es auch, wenn Kinder ihn ärgerten. Allerdings hat er nie ein Kind oder einen Menschen
gebissen. Nachbars Katzen hat er nur gejagt und manchmal bis auf den Holzstapel verfolgt. Dabei muß
er sich sein empfindliches Kreuz verrenkt haben. Durch die kurzen Beine und den langen Körper sind
die Dackel da besonders empfindlich.
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| Strolchis schlimme Verletzung |
Jedenfalls kam Strolch eines Tages schleppend angelaufen, er kam nicht mehr die Stufen an der Haustür
hoch. Seine Hinterbeine konnte er nicht mehr bewegen, er winselte vor Schmerzen. Wir legten ihn
vorsichtig in einen Korb und fuhren zum Tierarzt. Der sagte uns, daß Strolch die Dackellähme hat,
eine Erkrankung, die diese Hunderasse wohl häufig bekommt.
Beide Hinterbeine waren völlig gelähmt. Der Tierarzt meinte, eigentlich werden die Dackel bei einer
so schlimmen Lähmung eingeschläfert. Davon wollten wir absolut nichts wissen. Ein Leben ohne Strolch
konnten wir uns einfach nicht vorstellen.
Der Tierarzt war ein lieber Mensch und konnte unsere Ängste verstehen. Eine aufwendige Behandlung
begann. Für die Spritzenbehandlung benötigte der Tierarzt eine Waage, um das Körpergewicht von Strolch
zu bestimmen. Die brauchte die Frau des Tierarztes gerade zum Kuchenbacken. Die ganze Atmosphäre beim
Tierarzt war vertrauenserweckend. Er ging sehr liebevoll und beruhigend mit Strolch um. In dem Haus
lebte auch ein Dackel und ein Reh, welches bei Mäharbeiten das rechte Vorderbein und das linke
Hinterbein eingebüßt hatte. Mit zwei vom Tierarzt selbst gefertigten Prothesen konnte es sich ganz
gut in dem Haus bewegen. Aus Futterneid fraß der Dackel dem Reh immer die Biskuits weg. Er war so
breit wie lang.
Als dann die Waage zur Verfügung stand und der Tierarzt die Dosismenge bestimmt hatte, bekam Strolch
eine Spritze in das Rückenmark. Es muß ganz entsetzlich weh getan haben.
Lange Zeit war keine Besserung erkennbar, obwohl wir täglich ca. 50 Kilometer zum Tierarzt zur
Behandlung fuhren. Wir hatten für Strolch das Krankenlager in der Diele bereitet. Mein Laufgitter
wurde vom Boden geholt. Hinein legten wir eine Decke und auch Kissen.
Strolch verweigerte die Nahrung. Nur das Wasser zu Trinken nahm er an. Zum Verrichten seines kleinen
und großen Geschäftes mußten wir ihn nach draußen tragen. Sobald wir ihn berührten oder anhoben, fing
er fürchterlich an zu winseln und laut zu heulen. Wir haben alle mit ihm mitgelitten.
Nach Wochen begann er mit dem Aufrichten der Hinterbeine, von da an ging es mit ihm aufwärts. Wie
glücklich waren wir, als Strolch zum ersten Mal wieder in den Garten konnte. Sein Gang war noch
steifbeinig und unsicher. Wir waren sehr froh, daß unser Strolch die Lähmung überlebt hatte. Nun
mußten wir alle sehr aufpassen, daß er nicht auf den Sessel springt und nicht zu schnell rennt. Das
war bei dem temperamentvollen und eigenwilligen Strolch nicht so einfach. Die wilden Miezenjagden
mußten wir verhindern.
In der Regel gingen wir mit ihm nur noch nach draußen, wenn er angeleint war. Er sollte nicht noch
einmal Schmerzen erleiden.
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