Hundegeschichten - die Abenteuer des Dackels Strolch
Strolch bekommt Gesellschaft
Unser Strolch kam auch in die Jahre. Er wurde ruhiger, schlief sehr viel und tobte nicht mehr so
mit uns wie in jungen Jahren. Die Haare um seine Schnauze wurden grau und das Fell war nicht mehr
so schön glänzend. Nur seine Augen blickten noch so schelmisch und treuherzig wie früher. Noch immer
konnte er das eine Ohr etwas aufstellen, was ihm ein besonders spitzbübisches Aussehen verlieh.
Seine Freude, wenn wir nach Hause kamen, war beeindruckend. Vater sagte zur Mutter: "So freust du
dich nicht, wenn ich nach Hause komme." Strolch hatte dann die Angewohnheit, mit den Lippen den
Rand des Jackenärmels oder Pullovers zu "beknatschen". Es war ein eigenartiges, "strolchtypisches"
Gefühl, welches sich da einstellte.
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| Strolch bekommt Gesellschaft |
Sehr häufig diskutierten wir in der Familie, daß es doch eigentlich schön wäre, wenn wir ein
Dackeljunges hätten ,von dem Strolch der Vater ist. Im Dorf gab es keine Dackelhündin, also fiel
diese Möglichkeit aus. Wir studierten aufmerksam die Anzeigen in der Zeitung. Als wir da eine
Annonce lasen, daß Dackelwelpen verkauft werden, machte sich die ganze Familie auf den Weg nach
Wellerswalde. In dem Zwinger des Züchters tummelten sich viele kleine Welpen.
Wir wußten bei dem Durcheinander nicht, für welchen Dackel wir uns entscheiden sollten. Es sollte
unbedingt eine Hündin sein.
Der Züchter griff ein kleines graubraunes Etwas heraus und gab mir das kleine Hundchen auf den Arm.
So entschieden wir uns für die Hündin Nelly. Auf der Heimfahrt im Trabbi roch es nach Zwinger.
Nelly vertrug die Autofahrt nicht und wahrscheinlich auch nicht die Trennung von ihrem Rudel. Wir
mußten unterwegs erst einmal anhalten, weil sie sich übergeben mußte.
Zu Hause angekommen, waren wir sehr neugierig, wie sich wohl Strolch verhalten würde. Der beachtete
das neue Familienmitglied gar nicht. Um Nelly vom ersten Tag an daran zu gewöhnen, ihr Geschäft
draußen zu verrichten, führten wir sie in den Garten. Sie verfehlte die Treppe und flog durch die
Stäbe des Terrassengeländers. Zum Glück war nichts passiert.
Wenn ich aus der Schule kam, mußte ich den kleinen Welpen erst im Haus suchen. Meistens lag Nelly
im Zeitungsständer. Warum sie sich den gerade als Schlafplatz ausgesucht hat?
Fast ein Jahr beachtete Strolch die Nelly kaum. Sie mußte am Freßnapf immer erst warten, bis Strolch
satt war, dann durfte sie ran. Es herrschte in dem ersten Jahr mehr oder weniger friedliches
Nebeneinander. Dann kam es aber immer häufiger vor, daß Strolch bei seinen gelegentlichen Streifzügen
ins Dorf, die er immer noch unternahm, sobald sich dazu eine Gelegenheit bot, die Nelly mitnahm.
Im Dorf waren die beiden Dackel bekannt. Damals gab es kaum Verkehr, so daß die Gefahr, angefahren
oder überfahren zu werden, gering war.
Nelly hatte ein dunkleres Fell als Strolch. Es war seidenweich. Wir stellten uns vor, wie die kleinen
Dackel aussehen würden, die Kinder von Strolch und Nelly. Der temperamentvolle, kluge und
draufgängerische Strolch als Vater und die ruhige, anschmiegsame Nelly als Mutter. Das müßte doch
eine gute Mischung ergeben! Leider kam es nicht dazu. Strolch und auch die Nelly leben in unserer Erinnerung.
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