Agressionen beim Hund
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Allein das Wort lässt bei einigen Menschen den Puls schneller schlagen.
Erlebte Aggression führt dann häufig zu weiteren körperlichen Reaktionen, Angst setzt ein
und es kommt zu Handlungsunfähigkeit (Angst lähmt) oder nicht selten zu übersteigerten
Handlungen. Gemeint sind hier Begegnungen von Hundehaltern mit anderen Hundehaltern oder
mit Menschen ohne Hund und zwar solche Begegnungen, bei denen sich die Hunde aggressiv
gegenüber anderen Hunden und im ernsteren Fall, gegen andere Menschen verhalten.
Das Thema "aggressive Hunde" gastiert zur Zeit in sämtlichen Medien und bestimmt nicht
unerheblich die Lebensqualität von Hunde- und Nichthundehaltern. Der öffentliche Druck
auf Hundehalter wird in diesem Zusammenhang immer größer. Der Gesetzgeber, der durch den
öffentlichen Druck zu einer Reaktion genötigt wird, handelt hektisch und überzogen sowie
fachlich mangelhaft beraten. Drohende "Wesenstests" für "gefährliche Hunde", selbst der
Hund, der mal kurz einen Hasen hetzt, gilt in einigen Bundesländern als "gefährlich",
bringen eine weitere Angst bei den Hundehaltern ins Spiel. Eine Angst der Menschen, die
belastend über allem liegt, was der Hund tut oder tun könnte. Der Wunsch der Familienhundehalter,
der aus diesem Umstand resultiert: Hunde ohne Aggressionen und dann auch gleich ohne jagdliche
Motivation. Was da gewünscht und erhofft wird, kann nicht in Erfüllung gehen und wenn doch,
sind es keine Hunde mehr, über die wir da sprechen.
Wenn wir aber über Hunde sprechen und uns an der Lebenssituation der Hunde orientieren, haben
wir es mit einem Tier zu tun, dass in der Regel in einem sozialen Verband lebt. In einer Gruppe
mit Menschen und eventuell weiteren Artgenossen. Ein sozialer Verband ist auch nur ein Mensch
und ein Hund. In jedem sozialen Verband, sei er nun groß oder klein, werden wir die Erfordernis
einer sozialen Organisation vorfinden. Eine Gruppe regelt ihr Funktionieren nicht passiv durch
die Gruppensituation selbst, sondern aktiv durch das sozial kommunikative Miteinander
der einzelnen Mitglieder.
Biologie der Aggression und die Rolle des Menschen
Zur Biologie der Aggressionen von Hunden muss man nun sagen, dass Aggressionen nicht per se
gefährlich sind. Vielmehr ist die Vorstellung von Gefährlichkeit bei der Erwähnung des
Begriffes Aggression aus unserem Sprachgebrauch abzuleiten. Der Missbrauch von Terminologien,
Unkenntnis über Definitionen, dem Menschen abhanden gekommene Fähigkeiten und eine emotionale
Interpretation haben unter anderem dazu beigetragen, wie der Begriff Aggression
umgangssprachlich eingesetzt wird.
Einige, der nun folgenden Argumente sind dem Sonderdruck der "Deutschen tierärztlichen
Wochenschrift", Jahrgang108, Heft Nr.3/2001, Seiten 94-101 von Dr.D.U.Feddersen-Petersen,
Uni Kiel, entnommen. Aggressionsverhalten ist unabdinglich für den Selbsterhalt des
Individuums und in Anlehnung daran ein wesentliches Regulativ in einem sozialem Verband. Eine
Gruppe könnte ohne Aggressionsverhalten schlichtweg nicht funktionieren. Somit dienen denn
auch die meisten Elemente aus dem Aggressionsverhalten der Kommunikation der Gruppenmitglieder
untereinander.
In der Regel wird aggressiv kommuniziert, wenn es darum geht, dass ein Gegenüber Abstand halten
soll. Ein Drohen zur Distanzvergrößerung soll somit einen ernsthaften Konflikt vermeiden.
Ein weiteres Argument für Aggressionsverhalten muss auch in der sozialen Expansion des Einzelnen
gesehen werden. Zur Durchsetzung von unmittelbaren oder längerfristigen Zielen. Hierbei geht
es aber mehr um Geschicklichkeit im Bereich sozialer Strategien in Verbindung mit einer
souveränen sozialen Kompetenz den anderen gegenüber. ...weiterlesen »
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