Herbstzecken – wieder erhöhte Infektionsgefahr
Borreliose, Babesiose und Hunde-Anaplasmose Quelle: Informationsdienst Tier und Gesundheit (animal) 13.09.05
 » (c) Foto: Prof. Kurt Pfister | (animal) Neue gefährliche Zeckenerreger breiten sich über ganz Deutschland aus. Sie können den Hund auch im Spätsommer und Herbst mit akuten bis tödlich verlaufenden Krankheiten infizieren. Im Herbst ist zwar die Anzahl der Zecken geringer als im Frühjahr, dennoch sind sie auch in dieser Jahreszeit infektiös. So kann ein einziger Zeckenstich ausreichen, um im Spätsommer und Herbst die gleichen schweren Krankheiten auf den Hund zu übertragen wie im Frühjahr.
Unbehandelt verlaufen diese oft akut, häufig sogar tödlich oder verursachen chronische Gelenkerkrankungen. Beispiele hierfür sind die Borreliose und die Babesiose, die so genannte Hundemalaria, sowie die Hunde-Anaplasmose. Der diesjährige feucht-warme Sommer begünstigt die Zeckenhäufigkeit und das Übertragungsrisiko. Von Ende August bis Oktober gibt es eine zweite Zeckensaison. Deshalb kann und darf man im Herbst in den Zeckengebieten für Hunde keine Entwarnung geben.
Reisekrankheiten werden heimisch
Während die Anaplasmose als gefährliche Hundekrankheit erst seit kurzem bekannt ist, galt die Babesiose bis vor wenigen Jahren noch ausschließlich als Gefahr bei Reisen in den Süden. Das hat sich geändert. Hierauf weisen der Bundesverband Praktizierender Tierärzte und die Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (Fachgruppe in der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft) ausdrücklich hin. Die Regionen mit infizierten Zecken beschränken sich nicht mehr nur auf das Oberrheingebiet, das Saarland, die Isarauen bei München und die Regensburger Gegend. Auch in der Berliner Gegend und anderen Regionen in Deutschland, so betont Professor Eberhard Schein, FU Berlin, Direktor des Instituts für Parasitologie und Internationale Tiergesundheit, wurden mit Babesien infizierte Zecken gefunden, die auch im Herbst ihre Erreger auf den Hund übertragen können. Gleiches gilt für die Erreger der Hunde-Anaplasmose. Deshalb muss der Hund auch im Spätsommer und Herbst vor den Blut saugenden Zecken geschützt werden.
Schutz durch Prävention
Durch ein reines Absuchen des Hundes wird keine Sicherheit erreicht, denn zu viele Zecken werden bei dieser Methode selbst von Fachleuten übersehen. Zum wirksamen Schutz werden deshalb am häufigsten Spot-on-Präparate eingesetzt, die als hochprozentige Permethrinpräparate im Handel sind. Diese Permethrinpräparate werden an einem oder zwei Punkten des Hundes aufgetragen und verteilen sich dann über den ganzen Körper. Sie schützen ihn dabei wie mit einem unsichtbaren Schutzschild, zum einen durch ihre abschreckende Wirkung, Repellenteffekt, zum anderen durch ihre abtötende Wirkung. Alternativ können auch Halsbänder verwendet werden. Durch die Zweifachwirkung wird der Hund bestmöglich geschützt. Die Schutzstoffe sind nicht wasserlöslich. Gelegentliches Schwimmen, Baden oder Regen vermindern deshalb ihre Wirkung nicht. Durch Schuppung der Haut verliert dieser Stoff erst nach mehreren Wochen seine Wirkung und muss dann erneut aufgetragen werden. Gefahren für den Hundehalter oder die Umwelt sind nicht bekannt. Ein Ablecken der Applikationsstelle sollte allerdings vermieden werden. Bei Katzen führt die Anwendung immer zu einer Permethrinvergiftung
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