Buchtipp: Spaniens vergessene Hunde
Das Schicksal der Galgos Quelle: MariPosa Verlag Berlin 18.10.05
Der spanische Windhund (Galgo Español) ist wegen seines enormen Maßes an Ausdauer, Mut und Wendigkeit nahezu prädestiniert für die Hasenjagd, die in dem unwegsamen und steinigen Gelände der spanischen Hochebenen auch heute noch in der Zeit von Oktober bis Januar weit verbreitet ist. Wenn die Saison vorüber ist oder die Hunde den Anforderungen ihrer Besitzer nicht mehr genügen, sind die Galgos wertlos und werden auf brutalste Weise misshandelt. Tierschutzorganisationen in aller Welt setzen sich unermüdlich und mit dem Einsatz ihrer ganzen Kraft dafür ein, dass den Hunden dieses sinnlose und grausame Leid erspart bleibt. Das Buch beschreibt das Schicksal der Galgos von ihrer Rettung bis zur Eingewöhnung in ein neues Zuhause und zeigt dabei das sanftmütige, duldsame Wesen dieser Hunde und ihre endlose Fähigkeit zu verzeihen.
Die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Sie hat selber eine spanische Galga zu sich genommen und vieles, was sie in den vier Geschichten beschreibt, basiert auf ihren eigenen Erfahrungen.
Der zweite Teil des Buches stellt Einzelschicksale dar. Hier kommen die Tierschützer zu Wort, die ihre Berichte abgeben und dadurch umso deutlicher zeigen, was den zukünftigen Hundebesitzer erwartet, wenn er einem geretteten Galgo ein neues Zuhause gibt.
Zahlreiche Fotos sollen dem Betrachter einen klaren Eindruck von den Misshandlungen vermitteln, die die spanischen Galgos bis zu ihrer Rettung erleiden müssen. Die meisten dieser Hunde hatten Glück und sind inzwischen in guten Händen. Positive Entwicklungen stellen sich meist sehr schnell ein, diese sind ebenfalls in Fotos dokumentiert.
Niemand soll durch das Buch davon abgehalten werden, seinen wohlverdienten Urlaub in Spanien zu verbringen. Auch die meisten Spanier wissen nichts von dem, was mit den Galgos in ihrem Lande geschieht.
CharlotteLink, die als engagierte Tierschützerin zu diesem Buch das Vorwort geschrieben hat, formuliert es so: Haltet die Augen offen. Schaut nicht weg vor dem Elend dieser Tiere. Schweigt nicht betreten, sondern sprecht laut und deutlich für die, die selber keine Stimme haben. Nur klarer und wiederholter Protest vermag schließlich auf der gesetzgebenden Ebene etwas zu verändern.
Die Autorin
Rebecca Sytlof lebt in Trier mit ihrem Chow-Chow und einer spanischen Galga. Ihre übergroße Liebe zu den Tieren und ihre bemerkenswerte Sachkenntnis - beides hat sie bereits in ihrem ersten Buch Des Menschen bester Freund ... (MariPosa Verlag 2003) bewiesen - machen auch das zweite Buch der Autorin zu einer anregenden und informativen Lektüre, bei der Herz und verstand gleichermaßen angesprochen werden.
Rebecca Sytlof
Spaniens vergessene Hunde
128 Seiten
ISBN 3-927708-36-4
16 Euro
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