Ausgesetzter Hund beinahe im Wald erfroren
Das Deutsche Tierhilfswerk e. V. bittet um Hinweise Quelle: Deutsches Tierhilfswerk e.V. 03.02.06
Berlin/Stahnsdorf, 02.02.2006. Gestern Abend haben zwei
Jugendliche aus
Stahnsdorf bei Potsdam durch Zufall einen Hund im Wald
entdeckt. Der kleine
Pekinesen-Mischling war tief im Wald, fernab von Wegen,
mit einer blauen
Plastikschnur eng an einem Baum angebunden. Daneben lag
ein trockenes Stück
Brot. Da der Hund vor Angst bellte, wagten die
Jugendlichen nicht, ihn
anzufassen und loszubinden. In ihrer Not wählten sie die
110. Doch statt
ihnen zu Hilfe zu kommen, wimmelte man sie mit dem
Hinweis ab, dass die
Polizei für Derartiges nicht zuständig sei und man sich
ans Tierheim wenden
sollte. Auch bei der Feuerwehr, welche die Jugendlichen
als nächstes
anriefen, wurden sie abgewiesen.
„Die pfiffigen Jungs haben sich dann an das Deutsche
Tierhilfswerk gewandt“,
erzählt Ursula Bauer vom DTHW- Berlin, „und wir haben
natürlich geholfen“.
Das Deutsche Tierhilfswerk hat kurzfristig eine
Mitarbeiterin seines
brandenburgischen Partnervereins Schützende Hand e.V.
informiert, die den
ausgesetzten Hund noch am gleichen Abend in ihre Obhut
nehmen konnte. Der
völlig verdreckte, verfilzte und unter Durchfall
leidende Pekinesen-Mix
entpuppte sich nach einigem Zureden und etlichen
Leckerbissen als lieb und
sehr dankbar. Wie ein noch am Abend konsultierter
Tierarzt versicherte, hat
die schlimme Zeit im eisigen Wald für den kleinen Kerl
keine bleibenden
gesundheitlichen Folgen.
„Der Hund wurde nicht nur ausgesetzt, sondern von seinen
gewissenlosen
Besitzernauch zum Tode verurteilt“, sagt Ursula Bauer
vom Deutschen
Tierhilfswerk. „Hätten sich die Jugendlichen nicht so
verantwortungsvoll
verhalten, wäre das Tier qualvoll erfroren oder
verhungert“, so die Biologin
weiter.
Das Aussetzen von Tieren ist ein schwerer Verstoß gegen
§ 3 des
Tierschutzgesetzes und wird als Ordnungswidrigkeit mit
einer Geldbuße bis zu
25.000 € geahndet. Das Deutsche Tierhilfswerk bittet in
diesem Zusammenhang
um Hinweise, die zur Identifizierung des Hundehalters
beitragen können. Der
kleine Pekinesenmischling ist männlich und etwa 1,5
Jahre alt. Blaue
Plastikschnüre wie die, mit der der Hund am Baum
festgebunden war, werden
vorrangig in der Landwirtschaft zum Binden von
Strohballen verwendet.
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