Tierschutz-Erfolg auf EU-Ebene:
Deutscher Tierschutzbund begrüßt das geplante europaweite Verbot von Hunde- und Katzenfellen Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V. 21.11.06
Heute verabschiedete die EU-Kommission eine Gesetzesinitiative mit
dem Ziel die Produktion, den Handel und den Verkauf von Hunde- und
Katzenfellen in Europa verbieten zu lassen. Beschlossen werden muss
das Verbot nun noch vom EU-Parlament und vom Rat. Seit Ende der 90er
Jahre hat der Deutsche Tierschutzbund ein solches Verbot gefordert,
da nur so die importierte Tierqual beendet werden könne. Bereits
1998 belegten Recherchen, die der Deutsche Tierschutzbund
mitinitiiert hatte, dass auch deutsche Firmen am internationalen
Handel mit Hunde- und Katzenfellen beteiligt sind.
"Es freut mich außerordentlich, dass unser jahrelang währender
Kampf für mehr Tierschutz von Erfolg gekrönt wird. Nun müssen das
europäische Parlament und der Rat noch zustimmen, um diesem
grausigen Handel endlich ein Ende zu machen", so Wolfgang Apel,
Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Wer mit echten Pelzen
arbeitet, hat Blut an den Händen, egal woher das Tier stammt. Ein
EU-Verbot ist längst überfällig. Aber auch eine konsequente
Kennzeichnungspflicht für alle Pelz-Produkte. Nur damit kann die
Modebranche dazu gezwungen werden, endlich ihre blutigen Taten
gegenüber dem Verbraucher offenzulegen. Die einzige Konsequenz für
den Verbraucher muss sein: Finger weg von jeder Art von Pelz",
erklärt Wolfgang Apel.
Bisher galten nur nationale Importverbote in Italien, Dänemark,
Frankreich, Belgien und Griechenland. Der Deutsche Tierschutzbund
hat die Bundesregierung mehrfach aufgefordert, ein nationales
Importverbot für Hunde- und Katzenfelle in Deutschland zu
implementieren. Diese schob die Verantwortung jedoch auf die EU ab.
Noch im September 2006 wurde ein Antrag der Opposition für ein
nationales Importverbot im Bundestag abgelehnt. "Die Bundesregierung
kann sich nun nicht mehr hinter der EU verstecken. Ein Verbot der
importierten Tierqual muss endlich gültiges Recht werden. Nicht
zuletzt des unermüdlichen Einsatzes des EU-Kommissars Marcos
Kyprianou ist es zu verdanken, dass nun auch in Deutschland mehr
Tierschutz Einzug hält", so Apel.
In Asien werden jährlich zwei Millionen Hunde und Katzen nur wegen
ihrer Felle und Häute getötet werden. Ein Großteil davon wurde
bisher in die EU exportiert. Jedes Jahr wurden schätzungsweise bis
zu 500.000 Katzen- und 100.000 Hundefelle aus asiatischen Ländern
allein nach Deutschland importiert. Hier werden sie zu Rheumadecken,
modischen Verzierungen, Applikationen oder Schlüsselanhängern
verarbeitet. Hundefelle werden zu Handschuhen, Taschen-Innenfutter,
Möbelbezug oder Kleidung weiterverarbeitet. Gefärbt, präpariert und
ohne Kennzeichnung ist die Herkunft der Felle nicht erkennbar, so
der Deutsche Tierschutzbund in Bonn.
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