Dramatischer Tierschutzfall in Schleswig-Holstein:
67 Hunde und andere Tiere aus katastrophaler Haltung befreit Quelle: Deutscher Tierschutzbund 03.08.07
Gemeinsam mit seinen Mitgliedsvereinen Schleswig, Kiel, Kappeln
und Dithmarschen rettete der Deutsche Tierschutzbund vorgestern
über 80 verwahrloste Tiere aus einer privaten Haltung. Die Tiere
wurden vergangenen Dienstag durch das Veterinäramt
Schleswig-Flensburg in Taarstedt beschlagnahmt. Neben 67 Hunden
(davon 18 Welpen) wurden Papageien, Fische und eine Katze aus
einem völlig heruntergekommenen Haus und Grundstück gerettet.
Kurzfristig wurden Unterbringungsmöglichkeiten für die
geschundenen Tiere gesucht. Die Tiere befinden sich nun in der
Obhut des Deutschen Tierschutzbundes und der ihm angeschlossenen
Tierschutzvereine. Unter anderem werden zurzeit 23 Hunde und 9
Papageien im Tier-, Natur- und Jugendzentrum des Deutschen
Tierschutzbundes in Weidefeld/Kappeln betreut.
"Was unsere Mitarbeiter auf diesem Hof vorfanden, ist kaum zu
beschreiben: Zwischen Müllbergen und Exkrementen wurden zahllose
Tiere unter schlimmsten Bedingungen gehalten. Dies ein trauriges
Beispiel für Animal Haording, dem krankhaften Sammeln von Tieren",
so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Offensichtlich wurde auch bewusst mit verschiedenen Hunderassen
"gezüchtet", die Welpen dienten als lukrative Einnahmequelle. Die
Tiere vegetierten in völlig verdreckten, dunklen und schlecht
belüfteten Bretterverschlägen zum Teil gänzlich ohne Tageslicht.
Einige Hunde wurden in Flugboxen gehalten, die hinter Müllbergen
versteckt waren. Eine Katze wurde in einem kleinen Käfig gehalten
- das Katzenklo war mit einer ca. 30 cm dicken Kotschicht gefüllt.
Laut Aussagen der Nachbarn soll es auch zu Tiermisshandlungen
durch Tritte und Schläge gekommen sein, so die Tierschützer.
Der Pflegezustand aller vorgefundenen Tiere war katastrophal. So
waren die Augenlider von Bernhardinerhunden teilweise so
entzündet, dass sie die Augen gar nicht öffnen konnten. Manche
Hunde haben Bewegungsstörungen. Sämtliche Hunde waren verängstigt
und kannten weder den Umgang mit der Leine noch die Umgebung
außerhalb des Verschlages. Die Hundewelpen leiden unter starkem
Wurmbefall, Durchfall und teilweise Pilzerkrankungen auf der Haut,
so der Verband. "Animal hoarding" ist eine Krankheit, deren
Erforschung noch in den Anfängen steckt. Unter einem "Animal
hoarder" versteht man einen Menschen, der Tiere in einer großen
Anzahl pathologisch sammelt, diese aber nicht angemessen versorgt
(Futter, Wasser, Hygiene, Pflege, tierärztlich Versorgung). Die
Unterkunft vieler Animal Hoarder ist unhygienisch, oft verdreckt
mit Exkrementen der Tiere, anderen Müll und zum Teil liegen sogar
tote und verwesende Tierkadaver herum.
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