Hunde-News vom 11.11.2007
Versuche von Trickbetrug im Zusammenhang mit entlaufenden Hunden
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   Versuche von Trickbetrug im Zusammenhang mit entlaufenden Hunden
SMS-Nachricht zum wiedergefundenen Hund ist ein Abzockertrick
Quelle: TASSO e.V.
11.11.07


» (c) Foto: Nathaniel Dodson
Seit dem vergangenen Wochenende registriert die TASSO Tiernotrufzentrale zahlreiche Versuche von Trickbetrug im Zusammenhang mit entlaufenen Hunden. In allen Fällen erhielten die Besitzer der verschwundenen Tiere zunächst eine SMS, dass man den Hund wiedergefunden habe.

Bei telefonischer Rückfrage an den Absender der SMS wird dann behauptet, der Hund sei an der ukrainischen Grenze entdeckt worden. Gegen Erstattung der Kosten - meist rund 700 Euro - könne man ihn aber zurück nach Deutschland transportieren. "Das Geld sollen die Tierbesitzer im Voraus per Bargeldtransfer in die Ukraine schicken", berichtet Philip McCreight, Leiter der TASSO Zentrale in Hattersheim. "Deshalb ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Trickbetrug auszugehen."

Zu den Opfern der Betrüger gehörte beinahe auch Dieter H. aus München. Der 39-jährige vermisst seit dem 20. April seinen zweijährigen Rottweiler. So war er dann auch überglücklich, als er per SMS erfuhr, dass der Hund wiedergefunden worden sei. "Ich rief dann bei dem Absender an, um mehr zu erfahren", erzählt Dieter H. "Dabei fiel mir auf, dass es sich bei der Handynummer um einen türkischen Netzbetreiber handelt. Der Mann am anderen Ende sprach allerdings fast akzentfreies Deutsch und erklärte, er sei Anwalt und zurzeit dienstlich in Antalya unterwegs." Wie H. dann weiter erfuhr, habe man den Rottweiler an der ukrainischen Grenze einem polnischen Lkw-Fahrer abgenommen und dem ukrainischen Veterinäramt übergeben. Dort arbeite eine Freundin des angeblichen Anwalts. Diese hätte den Transponder-Chip des Hundes ausgelesen und sei so auf Name, Adresse und Telefonnummer des Hundebesitzers gekommen. Die Freundin könne auch den Rücktransport organisieren. Die dafür notwendigen Kosten von 751 Euro sollte Dieter H. sofort per Bargeldtransfer in die Ukraine erstatten.



Dass es dazu gar nicht erst kam, lag am immer mehr wachsenden Misstrauen des Hundebesitzers: "Meine Recherchen ergaben, dass es in der ukrainischen Stadt Lemberg gar keine Anwaltskanzlei unter dem angegebenen Namen gab. Außerdem enthält ein Transponder-Chip lediglich eine Seriennummer und keine Namen oder Adressen. Der Trickbetrüger hat diese Daten vielmehr von den Internetseiten, in denen ich den Verlust meines Rottweilers angezeigt habe. Dort steht auch überall meine Handynummer." Ein weiteres Indiz für den Betrug sei der Bargeldtransfer: "Bei Firmen wie Western Union oder Moneygram muss man nur plausibel machen, dass man der Empfänger ist. Eine Ausweiskontrolle findet nicht statt." Dieter H. ist sicher: "Meinen Hund hätte ich nicht wiederbekommen." Was den Tierbesitzer am meisten aufregt: "Ich finde es abscheulich, jenen Menschen, die durch den Verlust des geliebten Haustiers ohnehin sehr traurig sind, ein Wiedersehen vorzugaukeln und dafür auch noch viel Geld zu verlangen."

Philip McCreight von der TASSO-Notrufzentrale: "Immer wieder weisen wir aus leidlicher Erfahrung darauf hin, Suchmeldungen allgemein zu halten, keine Belohnungen auszusetzen und auf keine Fall Privatnummern mit anzugeben, um Missbrauch zu vermeiden. Alternativ könne man auf den kostenlosen Suchplakat-Service und Internet-Suchmeldungs-Service von TASSO zurückgreifen. "Hier werden Anzeigen anonymisiert veröffentlicht und TASSO fängt unseriöse Anrufer von vornherein ab.", so McCreight.


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