Vom Hofhund zum Schoßhund – das muss nicht sein
Krankengymnastik macht den Hund wieder mobil - Kein Ersatz für tierärztliche Behandlung Quelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V. 08.04.08
 » (c) Foto: DGK | (animal) Der Hund altert ebenso wie der Mensch. Mit den Jahren fällt nicht nur „Herrchen“
das Treppensteigen schwerer, sondern auch dem Vierbeiner. Anders als der Mensch, der
gern mal über müde Knochen und schmerzende Gelenke klagt, tut der Hund alles, um seine
körperlichen Leiden zu vertuschen. Denn ursprünglich ist er ein Rudeltier, und in der freien Wildbahn werden schwache Mitglieder aus dem Rudel ausgeschlossen. Der angeborene
Instinkt verbietet es den Vierbeinern, Schwäche und Schmerzen zu zeigen. Nur der aufmerksame Beobachter bemerkt die versteckten Signale des Lieblings und erkennt: Es geht
ihm nicht gut.
Dies können Anzeichen dafür sein, dass Ihr Hund Schmerzen hat:
- Er zeigt weniger Freude am Spielen und an Bewegung.
- Er lahmt und hat Probleme, sich in Bewegung zu setzen.
- Es fällt ihm schwer, ins Auto zu springen, Treppen zu steigen oder aufzustehen.
- Er meidet Tätigkeiten, die er früher problemlos schaffte.
- Er zieht sich öfter als sonst zurück.
- Er knickt mit den Pfoten ein und hat Koordinationsprobleme.
- Während des Spaziergangs setzt er sich hin und macht eine Pause.
- Er lässt sich plötzlich nicht mehr gerne bürsten.
- Er wirkt bedrückt oder ungewöhnlich aggressiv.
Häufig sind Verschleiß an Knochen, Gelenken und Bandscheiben oder vorausgegangene
Operationen Ursache für die Schmerzen. Bei akuten und chronischen Leiden kann eine speziell auf den Hund abgestimmte Krankengymnastik die Lebensqualität des Hundes verbessern. Gemeinsam mit dem Tierarzt und den Besitzern wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Bei Bedarf kann die Krankengymnastik auch zu Hause im gewohnten Umfeld stattfinden.
Ziel ist es, chronische Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu steigern und den
Einsatz von Schmerzmitteln zu reduzieren oder sogar ganz darauf zu verzichten. Vor allem
aber kann durch eine fachmännische Physiotherapie die Lebensqualität und natürliche Bewegungsfreude des Hundes erhalten bleiben. Wie auch im Humanbereich arbeitet die Hundephysiotherapie mit sanften und schmerzfreien Methoden: Der Therapeut setzt dabei physikalische Reize ein, zum Beispiel Kälte/Wärme (Hydrotherapie), elektrischen Strom, Ultraschall oder manuelle Techniken über mechanischen Druck
und Zug beispielsweise durch Massagen, Lymphdrainage
oder Gelenkmobilisationen.
Auch die Bewegungstherapie mit bestimmten Übungen ist
ein grundlegender Baustein der Physiotherapie. Indem die
Stoffwechselprozesse im geschädigten Gewebe verbessert,
verspannte Strukturen sanft gelockert und eingeschränkte
Bewegungen wieder angebahnt werden, hat der Hund
weniger Schmerzen, Muskulatur kräftigt sich wieder oder
wird neu aufgebaut, und der Hund kann zu seiner alten
Beweglichkeit zurückfinden.
Wichtig ist aber, dass eine Hundephysiotherapie nicht als
Ersatz für eine tierärztliche Behandlung angesehen wird.
Sie kann jedoch die tierärztliche Behandlung unterstützen sowie den Heilungsprozess fördern
und beschleunigen, so zum Beispiel bei Arthrose, Hüftgelenksdysplasie, Wirbelsäulenerkrankungen,
allgemeinen Störungen der Beweglichkeit, Bandscheibenvorfall, Nervenerkrankungen,
Lähmungen oder zur Behandlung vor und nach Operationen.
Nähere Auskunft und Beratung zum Thema Physiotherapie bei Hunden erhält man beim
Tierarzt. Eine Therapiearten-Adressenliste findet man unter: http://www.hundeadressen.de/therapie.html.
Quellen:
Verein für Tierphysiotherapie e. V., Hundephysiotherapie (dort gibt es auch eine Therapeutendatenbank),in: www.tierphysiotherapie.de
Physiotherapie, in: www.vierbeiner-rehazentrum.de
Physiotherapie & Krankengymnastik für Hunde, in: hunde.haustiere-info.de
Krankengymnastik beim Hund, in www.hunde-krankengymnastik.net
Hundephysiotherapie, in: www.tierphysiotherapie.de
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