Tierarztsendungen
Informativ oder irreführend? Quelle: aktion tier – menschen für tiere e.V. 24.06.08
 » (c) Foto: Mitchell Powell | Berlin/München, 24.06.2008. Kaum ein Sender, der nicht mitmischt. Zu den besten Sendezeiten finden sich Tierarztbeiträge, sei es aus Zoos, Großtierpraxen oder Kleintierkliniken. Die Produzenten freuen sich über riesige Einschaltquoten. Doch darf der Tierbesitzer glauben, was er da sieht?
Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V., kommentiert die Qualität der Beiträge aus veterinärmedizinischer Sicht: „Vieles Gezeigte kommt in der täglichen Praxis tatsächlich genauso vor. Doch dem Tierbesitzer muss klar sein, dass jeder Einzelfall anders ist.“
In der Kürze der Sendezeit können meist nicht alle Aspekte einer Erkrankung berücksichtigt und erwähnt werden. Bei jeder Tierbehandlung spielen außerdem das Lebensalter und die Haltungsumstände, die Vorgeschichte des Tieres sowie die allgemeine Verfassung und vieles mehr eine Rolle. Daher kann man das Gesehene auch nur in den seltensten Fällen eins zu eins auf das eigene Tier übertragen. Wenn der Halter erstaunt ist, warum der Doc zuhause anders behandelt als der im TV, sollte er keine Scheu haben nachzufragen. Jeder gute Tierarzt wird bereitwillig Auskunft geben und dem Besitzer sein Handeln erläutern.
Eine ausdrückliche Warnung spricht Frau Dr. Hölscher im Bezug auf Tierarzttipps in diversen Internetforen aus: „Dort wird aus einem Halbwissen heraus oft furchtbarer Quatsch verbreitet! Laien sprechen hier Behandlungs- oder auch Fütterungsempfehlungen aus, da stellen sich einem Tierarzt die Nackenhaare auf.“ Wer sich über das Internet informieren möchte, sollte also genauestens auf die Qualifikation des Autors der Seite achten, die er aufruft. Andernfalls läuft er Gefahr folgenschwere Fehler zu begehen und damit seinem Liebling mehr zu schaden als zu nutzen.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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