Hunde-News vom 05.09.2008
Herzwurm als „Urlaubsmitbringsel“
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   Herzwurm als „Urlaubsmitbringsel“
Unterschätzte Gefahr: Hunde infizieren sich durch Mücken im Mittelmeerraum oder in den USA
Quelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ
05.09.08


» (c) Foto: Peter P.
(animal) Der Sommerurlaub war wunderschön, alle erholten sich gut, und selbst der Familienhund, der diesmal mit durfte, fühlte sich offenbar pudelwohl. Doch der Schein kann trügen, denn allzu gerne trägt der Hund unerwünschte Mitbringsel in sich, die für ihn später gefährlich werden können. Neben den bekannteren und zunehmend verbreiteten Krankheiten wie Anaplasmose, Babesiose und Ehrlichiose (alle drei werden durch Zecken übertragen) oder Leishmaniose (durch die Sandmücke übertragen) kann auch die sogenannte Herzwurmkrankheit (Dirofilariose) ein solches unerfreuliches „Souvenir“ sein. Sie führt zu lebensbedrohlichen Herz- und Lungenbeschwerden; auch ein Befall der großen Herzgefäße und der Leber sowie eine Bauchwassersucht sind möglich.

Verursacher ist ein etwa ein Millimeter dicker und bis zu 35 Zentimeter langer Fadenwurm namens Dirofilaria immitis. Er nistet sich vor allem in großen Blutgefäßen, die an die Lunge angrenzen, ein, weshalb der Name „Herzwurm“ etwas irreführend ist. Die Herzwurmerkrankung – ursprünglich in den tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet – ist in Europa hauptsächlich in den Mittelmeerländern zu finden. Betroffene Regionen sind Süd-Frankreich, Süd-Griechenland, Ungarn, Korsika, Süd-Schweiz (Tessin), Sizilien, Spanien (z. B. Valencia, Murcia und Andalusien) und Portugal, die Kanaren sowie die italienische Po-Ebene und die Toskana. In Norditalien sollen 50 bis 80 Prozent der Hunde und etwa 25 Prozent der Katzen infiziert sein. Außerhalb Europas sind Kanada, Mittel- und Lateinamerika, Afrika, das südliche Asien, die Pazifikregion und Australien Hauptverbreitungsgebiete der Dirofilariose. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist sie eine Seuche größe-ren Ausmaßes und hat sich in den vergangenen 20 Jahren rasch ausgebreitet. Obwohl es sich hauptsächlich um eine Hundekrankheit handelt, kann dieser Parasit auch Katzen, Frettchen, Füchse, Kojoten und Wölfe befallen. Übertragen wird die Herzwurmerkrankung durch Stechmücken.



Bislang wurden über 70 Stechmückenarten als Träger nach-gewiesen, allerdings nicht die in Mitteleuropa heimischen Arten. Die Mücken nehmen bei der Blutmahlzeit bei einem bereits erkrankten Tier die Larven (Mikrofilarien) des Fadenwurms auf. In der Mücke macht verwandelt sich die Larve innerhalb von 10 bis 15 Tagen zweimal, bis sie ansteckend wirken kann. Wenn die Stechmücke nun erneut Blut saugt, dringt die Larve durch den Mückenstich in den Körper des gestochenen Hundes ein und infiziert ihn. Die Larve benötigt ungefähr sechs Monate, um in die Lungenarterien des Hundes zu wandern, ihre Geschlechtsreife zu erlangen und Mikrofilarien im Blut abzulagern. Folgen der Herzwurmerkrankung sind zum Teil schwerwiegende Schäden in den Lungenarterien oder Herzgefäßen. Tückisch ist dabei, dass manche Hunde, vor allem junge Tiere und wenn der Befall noch nicht lange zurückliegt, keine Krankheitsanzeichen aufweisen. Andere, schon seit längerer Zeit infizierte Hunde leiden an Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder chronischem Husten, ermüden schnell bei Bewegung und können während oder nach der körperlichen Anstrengung aufgrund einer Herzschwäche sogar ohnmächtig werden. Bei Katzen kann Erbrechen ein typisches Anzeichen einer Herzwurmerkrankung sein. Alle genannten Symptome treten erst Monate nach der Infektion durch die Mücke auf. Eine sichere Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchungen.

Eine Behandlung der Herzwurmerkrankung ist oft schwierig, da die ausgewachsenen Würmer (Makrofilarien) mit Medikamenten schwer abzutöten sind und in manchen Fällen operativ entfernt werden müssen. Deshalb ist Vorbeugung umso wichtiger, wenn man bei Reisen den Vierbeiner in eines der genannten betroffenen Gebiete – wie den genannten Mittelmeerländern oder den USA – mitnehmen möchte.

Zur Herzwurmprophylaxe sollten geeignete Entwurmungstabletten einmal monatlich gegeben werden. Etwa 14 Tage vor Reiseantritt und über einen Monat nach Rückkehr aus den betroffenen Gebieten gibt man gut verträgliche Tabletten, die verhindern, dass sich die Larven des Herzwurms im Tier weiterentwickeln können. Äußerlicher Schutz durch spezielle Halsbänder oder Spot-on-Präparate gegen Mücken helfen zusätzlich. Der Tierarzt kennt die notwendigen Medikamente und Mittel und be-rät Reisewillige gerne.

Quellen:
Herzwurm - Informationsseite für Tierbesitzer über die Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) der Abteilung Tierkardiologie der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München www.tierkardiologie.lmu.de/

Herzwurmerkrankung, auf: www.tierklinik.de
Bundesverband für Tiergesundheit (bft), Ektoparasiten als Krankheitsüberträger: Reiselust birgt Risiken - Zecken, Flöhe und Mücken mit Gefährdungspotenzial, bft-online,


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