Beeren und Pilze genießen – Hunde entwurmen:
Gesundheitsgefahr durch Fuchsbandwurm vorbeugen Quelle: Bayerische Landestierärztekammer 09.09.08
Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm kann beim Menschen eine
lebensgefährliche Erkrankung verursachen. Zum Schutz wird meist vor dem
Verzehr selbst gesammelter Beeren oder Pilze gewarnt, die mit Wurmeiern aus
Fuchskot verunreinigt sein könnten. Aber auch Hunde können gelegentlich Träger
des Fuchsbandwurms sein. Die Bayerische Landestierärztekammer empfiehlt
deshalb, Hunde regelmäßig fachgerecht zu entwurmen, um dieses Risiko sicher
auszuschließen. Der Haustierarzt berät zu individuellen Risiken und angepassten
Maßnahmen.
„Auch wenn eine Erkrankung beim Menschen nur selten ist, stehen wir Tierärzte in
Bayern in der Pflicht, über diese Zoonose aufzuklären“, so Prof. Dr. Theo Mantel,
Präsident der Landestierärztekammer, denn: „Bayern gehört zu den Risikogebieten
für diese Infektion und die Fallzahlen steigen tendenziell an.“
Bislang wurde vor allem davor gewarnt, Beeren oder Pilze, besonders in der Natur
selbst gesammelte, ungewaschen bzw. roh zu verzehren, weil sie mit Kot von
Füchsen und damit Eiern des Fuchsbandwurms verunreinigt sein könnten. Eine
Studie über 40 Fälle der Krankheit beim Menschen in Deutschland zeigt aber, dass
diese vegetarischen Genüsse nur ein minimales Risiko bedeuten. Dagegen
scheinen Halter von Hunden, die Wildtiere jagen oder unbeaufsichtigt Freilauf
haben (beispielsweise „Hofhunde“), stärker gefährdet, und zwar besonders dann,
wenn sie ihren Hund nicht oder nur unregelmäßig entwurmen.
Der Mensch ist für den Fuchsbandwurm zwar nur ein „Zufallswirt“, die
gesundheitlichen Folgen können aber sehr schwerwiegend sein: Bei einer
Erkrankung (alveoläre Echinokokkose) kommt es zu tumorähnlichen
Veränderungen vor allem in der Leber, dann auch in der Lunge oder im Gehirn.
Weil die Krankheit sich sehr langsam entwickelt, wird sie meist erst spät erkannt;
die Therapie ist aufwendig – unbehandelt verläuft die Krankheit tödlich.
Füchse, „Hauptwirte“ des Bandwurms, und Hunde erkranken selber nicht, sind aber
eine Infektionsquelle für den Menschen. Weil die Zahl der Füchse steigt und sie
zunehmend auch die Städte besiedeln, hat sich das Infektionsrisiko insgesamt
erhöht und vom ländlichen in den städtischen Raum verlagert. Erforderlich sind
deshalb ein geeignetes, tierschutzgerechtes Management der städtischen Fuchs-Populationen
und eine fachgerechte Wurmbehandlung bei Hunden.
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