Hunde-News vom 12.11.2008
„Vierpfoten-Dogcare in Sri Lanka“
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   „Vierpfoten-Dogcare in Sri Lanka“
Ein Arbeitsbericht von Dr. Susanne Elsner über ihren Einsatz bei „Vierpfoten-Dogcare in Sri Lanka“
Quelle: Vierpfoten-Dogcare in Sri Lanka
12.11.08 | Seite 2 von 3


» Mehr Infos
Anna und Anjuli, die Helferinnen von Frau Möbius vor Ort, hatten mich schon erwartet und stellten mir ihre medizinischen "Problemfälle" vor und so ging es gleich los: Hautprobleme, chronische Durchfälle, Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Fieber, Appetitlosigkeit und vieles mehr. Ich hatte mich zuhause in Deutschland gefragt, wie diese Straßenhunde, die meist ohne enge menschliche Sozialisierung groß geworden sind und vielfach schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, sich wohl behandeln lassen?

In Sri Lanka lernte ich, dass unsere deutschen Wohlstandshunde Behandlungen viel mehr "in Frage stellen" als die frei lebenden unabhängigen Straßenhunde. Ein wenig Futter, ein paar Streicheleinheiten und gute Worte - ich war erstaunt wie gelassen und selbstsicher die Hunde Behandlungen hinnehmen! Die Tage vergingen, Anna und Anjuli betreuten die Hunde der Klinik, die vermittelten Hunde und die "Outdoor-Hunde" mit bewundernswertem Engagement und ich kam ein- bis zweimal täglich zur Behandlung der Problemfälle. Dann kam die große Katastrophe: ein hoch aggressives Staupevirus breitete sich im Süden Sri Lankas aus, infizierte viele, viele Hunde und leider auch einen Teil unserer - ja ich sage mittlerweile "unserer" - geimpften Klinik-Hunde.



In Deutschland hat ein Staupe infizierter Hund schon wenige Chancen, in Sri Lanka gar keine! Aber wir wollten nicht aufgeben, Marina schickte zur Verstärkung Hanna, und sie selbst traf auch wenige Tage später ein. Ich bin immer noch voller Hochachtung vor Marina und ihrem Team, die bei diesen Temperaturen nicht müde wurden und täglichen 14 bis 16 Stunden im Einsatz waren. Meine Aufgaben in dieser Zeit war die Unterscheidung der Symptome: Hat dieser Hund beginnende Staupe oder ist der Durchfall doch z.B. nur wurmbedingt? Können wir ihn in die Klinik aufnehmen oder gefährden wir alle anderen Hunde? Wen versuchen wir zu therapieren, bei welchen Tieren müssen wir aufgeben? Leider hatte viele Hunde keine Chance mehr und wir mussten sie einschläfern. Aber es macht mich stolz und erstaunt mich noch immer, dass wir Hunde retten konnten, insbesondere dass unsere 11 Welpen alle überlebt haben.

Für mich waren diese 6 Wochen eine tolle Zeit. Ich denke ich habe Anna, Anjuli und Marina viel zeigen und beibringen können, aber auch ich habe viel gelernt: z. B. Diagnostik nur mit seinen 5 Sinnen und einem Mikroskop - ohne großes Labor im Hintergrund zu betreiben. Dieses Projekt ist einfach toll: das Übel an der Wurzel zu packen und Straßenhunde zu kastrieren, zu impfen ist richtig. Eingestellte, aufgenommene Hunde in Sri Lanka zu vermitteln ist richtig. Es gibt leider zu viele Tierschutzprojekte, die das Problem nach Europa verlagern, dabei sind unsere heimischen Tierheime schon voll genug. Es ist richtig lokale Tierärzte einzubeziehen, nur so können sie von Kleintiermedizin leben, nur so können sie sich auf diesem Gebiet fortbilden und ein anderes Bewusstsein in der Bevölkerung für Hunde oder Katzen schaffen.

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