Hunde-News vom 21.11.2008
Leinenruck und seine Auswirkungen
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   Leinenruck und seine Auswirkungen
Gefahr des Schleudertraumas
Quelle: hundeschule modern dogs
21.11.08


» Mehr Infos
Vielfach wird in Hundeschulen oder -vereinen zur Erziehung des Hundes noch der so genannte Leinenruck propagiert. Es sei angeblich nicht schädlich und würde dem Hund auch keine größeren Schmerzen verursachen. Leider ist das genaue Gegenteil der Fall.

Gefahr des Schleudertraumas
Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten um Ihren Hals eine Leine, an der eine Tasche hängt. So lange diese Tasche hängt, ist es noch einigermaßen in Ordnung. Sie haben keine Schmerzen, es ist lediglich unangenehm. Daran kann man sich ja gewöhnen. Jetzt sind Sie ein wenig unachtsam und bleiben mit der Tasche hängen. Abrupt werden Sie unangekündigt an einem sehr empfindlichen Körperteil gestoppt. Ihre Muskeln sind nicht darauf vorbereitet und dementsprechend auch nicht angespannt, um dem Stopp entgegen zu wirken. Es passiert etwas ähnliches wie bei einem Auffahrunfall: Es gibt ein kleines Schleudertrauma.

Verletzungen sind nicht auszuschließen
Jetzt stellen Sie sich das bei Ihrem Hund vor: Die Leine hängt durch und Sie sprechen Ihren Hund an. Er reagiert nicht, also müssen Sie schnell die durchhängende Leine zur Seite reißen, damit ihr Hund wieder "aufmerksam" wird. Auch hier hatte der Hund keine Möglichkeit, sich auf einen bevorstehenden "Aufprall" vorzubereiten. Die entspannten Muskeln lassen den Ruck ungebremst zu. Hier können Verletzungen der quergestreiften Muskulatur, Verschiebung der Halswirbel oder Bandscheiben auftreten, außerdem noch Kehlkopfquetschungen oder -reizungen. Zudem liegt hinter dem Kehlkopf noch die Schilddrüse, die somit u. U. auch in Mitleidenschaft gezogen werden kann.



Da am Beginn der Ausbildung sehr häufig und sehr hart an der Leine geruckt wird, oft auch, um Leinenführigkeit zu lehren, besteht eine Dauerbelastung im Halsbereich. Dabei kann es auch zu einem späteren Luftröhrenkollaps kommen.

Es gibt im Kampfsport gerade in der Halszone einige empfindliche Schläge, die z.T. eben auch tödlich enden können. Zum Beispiel bei einem Schlag gegen die Halsschlagader pasiert folgendes: In der Halsschlagader gibt es zwei Rezeptorfelder: der Sinus caroticus (Blutdruckrezeptor) und das Glomus caroticum (Chemorezeptor: CO2). Ein Schlag gegen die Halsschlagader erhöht augenblicklich sehr stark den Blutdruck, der Körper versucht nun, die Herztätigkeit zu drosseln und die Blutgefäße zu erweitern. Folgen: Bewusstlosigkeit, Kreislaufkollaps, Schock, Herzstillstand. Trifft der Schlag ein Rezeptorfeld direkt (z.B. den Chemorezeptor) sind auch unvorhersehbare Effekte möglich, wie starke Hyperventilation bis zur Bewusstlosigkeit, Krämpfe und eben Unvorhersehbares.

Herrchen gilt als Vorbild
Stellen Sie sich nun vor, Sie möchten Leinenaggression mit dieser Art der Einwirkung verhindern bzw. zum guten verändern. Was passiert also? Ihr Hund sieht den potenziellen Feind und bellt. Sie beginnen nun ebenso aggressiv an der Leine zu rucken. Welche Assoziation macht Ihr Hund?

1. Herrchen / Frauchen benimmt sich auch aggressiv = ich habe die richtige Entscheidung getroffen

2. Immer wenn ich Hunde sehe, verspüre ich Schmerzen, Atemnot (Atemnot verursacht auch Haluzinationen durch Sauerstoffmangel im Gehirn), Herzrasen etc. = Der Hund ist bedrohlich = ich muss mich weiterhin so benehmen, denn der andere Hund geht ja dann weg und ich fühle mich dann wieder besser.

Laut Tierschutzgesetz ist es verboten:

[...]

5. ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind.

Dementsprechend gehören solche Ausbildungsmethoden selbstredend der Vergangenheit an. Um einem Hund etwas beizubringen gibt es wesentlich effektivere und hundefreundlichere Methoden, wie z. B. Clickertraining. Mit einem gut sitzenden Geschirr können auch keine versehentlichen Rucke am Hals des Hundes passieren, wenn er z.B. abrupt stehen bleibt.

Weiter Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter:

hundeschule modern dogs
hundetraining und verhaltensberatung
91781 Weißenburg i. Bay.
Tel.: 09141 - 8731729
mobil: 0171 6006 545
www.modern-dogs.de


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