Bakterienhort Hundemaul
Viele Erreger sind für Vierbeiner harmlos, für Menschen eine Gefahr Quelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ 06.12.08
(animal) Im Maul unserer liebsten Haustiere leben Bakterien,
die den Tieren nicht schaden, aber unter Umständen
für den Menschen gefährlich werden können. Eines dieser
Bakterien trägt den komplizierten Namen Capnocytophaga
canimorsus und kommt im Maul von Hunden und Katzen
vor. Warum das Bakterium für die Tiere harmlos, aber
für den Menschen gesundheitsbedrohlich ist, haben Basler
Wissenschaftler erforscht.
Das Forscherteam um Professor Guy Cornelis am
Biozentrum der Universität Basel untersuchte die oben genannte Bakterienart im Speichel
von Hunden. In seinem natürlichen Umfeld, dem Hunde- oder Katzenmaul, richtet das Bakterium
Capnocytophaga canimorsus keinen Schaden an. Gelangt der Erreger aber durch einen
Biss oder Kratzer in menschliches Gewebe und Blut, kann dies möglicherweise zu schwerwiegenden
Krankheiten führen. Wenn sich die Bakterien vermehren, drohen gefährliche Infektionen
wie zum Beispiel Wundbrand, Blutvergiftung, Hirnhautentzündung oder Endokarditis,
eine Entzündung der Herzinnenhaut. Im Extremfall kann eine Infektion mit Capnocytophaga
canimorsus auch zum Tod führen. Die Infektion ist mit Antibiotika, die rechtzeitig
gegeben werden müssen, gut behandelbar, sodass derartige schwere Verläufe selten sind.
Die Schweizer Wissenschaftler konnten zeigen, dass sich die Bakterien an das tierische Umfeld
anpassen, aber vom menschlichen Immunsystem weitgehend unbemerkt bleiben, so dass
der Körper auch keine schützende Immunabwehr entwickeln kann.
Im menschlichen
Körper spezialisieren sich die Bakterien offenbar darauf, sich von bestimmten Zuckern auf
der Oberfläche unserer Zellen auch der Abwehrzellen zu ernähren und können sich so
ungehindert vermehren. In Zusammenarbeit mit Professorin Regine Landmann vom Universitätsspital Basel konnte anhand von Mausmodellen gezeigt werden, dass Capnocytophaga
canimorsus erst mittels dieses Mechanismus einen infizierten Wirt langfristig besiedeln und
ihm gegebenenfalls gefährlich werden kann.
Doch offenbar ist nicht jeder Bakterienstamm gleich gefährlich. In Zusammenarbeit mit Tierärzten aus der Region Basel wurden Speichelproben von Hunden gesammelt, anhand derer
nun die unterschiedlichen Eigenschaften der isolierten Bakterien untersucht werden sollen.
Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Eigenschaften die Bakterien für den Men-
schen so bedrohlich machen und welche sowohl für Menschen als auch für Tiere unbedenk-
lich sind.
Besonders gefährdet von Infektion durch Capnocytophaga canimorsus sind Patienten mit
geschwächtem Immunsystem, entfernter Milz oder bei Alkoholmissbrauch: In mehr als 60
Prozent der bekannten Fälle waren sie von einer Erkrankung betroffen. Bei frühzeitigem Erkennen können die Infektionen effizient mit Antibiotika behandelt werden.
Quellen: Manuela Mally, Hwain Shin, Cécile Paroz, Regine Landmann, Guy R. Cornelis, Capnocytophaga canimorsus: A Human Pathogen Feeding at the Surface of Epithelial Cells and Phagocytes,PLoS Pathogens 2008 Sep 4(9): e1000164 | doi: 10.1371/journal.ppat.1000164
(www.plospathogens.org/)
Vom Tier zum Menschen: Wie gefährlich sind Bakterien?, Pressemitteilung Universität Basel
02.10.2008, (http://idw-online.de/)
|

Verwandte News:




Verwandte Websuche:


|


| Ihre Pressemitteilung |
| Sie möchten
eine Pressemitteilung aus den Bereichen Hunde und Hundesport veröffentlichen?
Schicken Sie uns eine Mail mit Informationen an presse@doggle.de.
|
|