Das Othämatom beim Hund
Kleiner Eingriff – lange Heilungszeit Quelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ 09.05.09
(animal) Wenn Ihr Hund häufig und heftig mit dem Kopf schüttelt und eines seiner Ohren
anschwillt, sich die Schwellung prall und heiß anfühlt, hat er wahrscheinlich ein „Blutohr“.
Das „Blutohr“ kennen vor allem Besitzer von Hunden mit Hängeohren, aber auch andere
Hunderassen und Katzen können es bekommen.
Die von Medizinern Othämatom genannte Blutansammlung zwischen dem Knorpel und der
Haut ist definitiv ein Fall für den Tierarzt. Mit Druckverbänden oder Massagen selbst am Ohr
„herumzudoktern“ verlängert nur das Leid des Hundes, denn Linderung ist erst in Sicht,
wenn das Blut abfließen kann.
Bei kleinen Othämatomen kann eine konservative
Therapie versucht werden: Zum Beispiel mit
Reizbestrahlung oder bestimmten Präparaten.
Oder der
Tierarzt punktiert das Othämatom. Dabei wird die
enthaltene Flüssigkeit abgesaugt, anschließend wird ein
Kortisonpräparat in die Wundhöhle eingebracht. Diese
Behandlung wird im Abstand von drei Tagen dreimal
wiederholt und führt in den meisten Fällen zum Erfolg.
Sollte konservativ kein Erfolg zu erzielen sein, muss
operiert werden. Der Eingriff wird in Vollnarkose
durchgeführt. Dabei wird an der Innenseite der Ohrmuschel ein Entlastungsschnitt angelegt
und enthaltenes Blut und Gerinnsel werden entfernt. Anschließend wird eine Schaumstoffauflage
auf der Innen- und Außenseite der Ohrmuschel aufgebracht und diese Auflage, die
Haut und der Knorpel durchstochen und miteinander vernäht. Diese Hefte werden nach zwei
bis drei Wochen entfernt. Dadurch erreicht man ein Verwachsen der Haut über der Ohrmuschel
mit der darunter liegenden Knorpelschicht, sodass eine erneute Füllung mit Blut verhindert
wird.
„Die Operation an sich ist keine große Sache“, sagt Dr. Alexander Pack. Allerdings weist der
Veterinärmediziner aus Elversberg auf zwei Komponenten bei der Othämatom-Therapie hin,
die nicht vernachlässigt werden dürfen: Die Ursachenforschung und die Nachsorge. „Die
Ursachenforschung ist elementar“, betont Dr. Pack. Sollte der Hund eine Ohrentzündung
haben, muss diese mitbehandelt werden. Auch die Entzündungsursache ist von Belang. Vor
allem Fremdkörper im Ohr, Ohrmilben, Trauma (Stich, Kratzer), Allergien, Futtermittelallergien
und Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) seien abzuklären.
Die Nachsorge ist für den Patientenbesitzer recht pflegeintensiv, das Tier muss eine Halskrause
tragen und die Heilungszeit ist lang und oft schmerzhaft. „Natürlich ist auch ein Rezidiv
nicht ausgeschlossen, wenngleich ich es persönlich noch nicht gesehen habe“, berichtet
Dr. Pack.
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