Hunde-News vom 17.06.2009
Forschung zum Wohle des Hundes
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   Forschung zum Wohle des Hundes
GKF: 15 Jahre im Dienste alter Freundschaft
Quelle: Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung e. V.
17.06.09 | Seite 2 von 5


» © Karen Lilje
Grundlagenforschung im doppelten Wortsinn
Ein besonderes Augenmerk richtete die GKF von Anfang an auf die Erforschung der Vererbung in der Hundezucht. Hier wurde und wird Grundlagenforschung im doppelten Wortsinne gefördert, denn schließlich sind die Erbanlagen die Basis allen Lebens. In den vergangenen Jahren förderte die GKF über dreißig Projekte zur Erblichkeit, Diagnostik, Verbreitung und Auswirkungen von Erbkrankheiten bei verschiedenen Hunderassen. Hierzu gehörten Reihenuntersuchungen auf rassespezifische Organerkrankungen (z. B. Herzuntersuchungen bei Boxern und Cavalier-King-Charles -Spaniels) ebenso wie Studien zur Bewertung oder Entwicklung von Zuchtprogrammen. Die meisten der geförderten Projekte widmeten sich der Erforschung der Vererbung in der Hundezucht auf molekulargenetischer Ebene.



Molekulargenetische Diagnostik
Die Molekulargenetik befasst sich mit den kleinsten Bausteinen des Erbguts, den Genen. Jedes einzelne Gen stellt eine Art Programm für Körperteile oder -funktionen dar. Anhand bestimmter Gene bzw. Genabfolgen kann man heutzutage Individuen eindeutig identifizieren und Verwandtschaftsverhältnisse genau bestimmen. Das bedeutet für die Hundezucht, dass man die Möglichkeit hat, nur entfernt verwandte Tiere gezielt zur Verpaarung auszuwählen. Gerade in der Hundezucht, bei der eine Rasse häufig auf nur wenige Stammeltern zurückzuführen ist, stellt dies eine wichtige Möglichkeit dar, Inzuchterscheinungen zu vermeiden.

Im Einzelfall lassen sich heute auch Merkmale wie beispielsweise die Anlagen für bestimmte Fellfarben mit den Methoden der Molekulargenetik aufzeigen. Wichtiger jedoch ist sicherlich die Erkennung von spontanen Änderungen im Erbgut (Mutationen), die Krankheiten zur Folge haben können. Mithilfe der Molekulargenetik können Hunde, die ein (mutiertes) krankes Gen in sich tragen, erkannt werden. Vorausgesetzt man kennt die kranken Gene. Hierzu ist noch viel Forschung nötig.

Die GKF unterstützte die molekulargenetische Forschung unter anderen zur progressiven Retinaatrophie (einer Augenerkrankung) bei verschiedenen Rassen, Taubheit beim Dalmatiner, erblichen Ataxien (Bewegungsstörungen), Hüftgelenksdysplasie (HD) und zur Malignen Histiozytose, (bösartige Krebserkrankung). Auf der Grundlage dieser Studien konnten schon einige Tests entwickelt werden, die dabei helfen, die Träger kranker Gene herauszufinden. Aktuell wird mit der Unterstützung der GKF nach der genetischen Grundlage der Malignen Histiozytose der Berner Sennenhunde gesucht.

Maligne Histiozytose des Berner Sennenhundes
Hierbei handelt es sich um eine bösartige Krebserkrankung, bei der bestimmte Zellen des Immunsystems, Histiozyten genannt, entarten. Die Krankheit tritt vor allem bei Berner Sennenhunden auf, verläuft in der Regel rasant und endet tödlich. Die an der aktuellen Studie beteiligten Wissenschaftler möchten die verantwortlichen Gene finden und auf diese Weise die weitere Verbreitung der Krankheit verhindern. Darüber hinaus möchten sie verstehen lernen, wie die Krankheit genau entsteht. Wäre dieser Entstehungsmechanismus bekannt, könnte eventuell eine wirksame Therapie entwickelt werden.



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