Wurmkur beim Hund: regelmäßig vierteljährig
Wichtig auch für Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Familie Quelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ 13.10.09
 » (c) Foto: DRK | (animal) Schon bei den Kleinsten ist der Wurm drin: Hundewelpen stecken sich oft über die Muttermilch
mit Larven von Spul- und Hakenwürmern an. Aber auch im Mutterleib ist eine Übertragung
möglich. Bereits vor ihrer Geburt sind Hunde daher häufig mit Endoparasiten, vor allem Spulwürmern,
infiziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihr Hund über kurz oder lang befallen wird, ist
sehr hoch und u. U. ist es nur eine Frage der Zeit. Experten empfehlen daher eine regelmäßige
Entwurmung, am besten vier Mal jährlich.
Der Wurm ist klein, der Weg ist lang: Die in der Muskulatur des Muttertieres ruhenden Larven werden
in der Trächtigkeit aktiviert und wandern über die Plazenta bis in die Leber der ungeborenen
Welpen. Von dort geht es nach der Geburt weiter in Lunge und Darm, wo sie sich letztlich zu geschlechtsreifen
Würmern entwickeln. Die oft wochenlangen Wanderungen der frühen Larvenstadien
können ernste Organschädigungen bei Jungtieren hervorrufen.
Beim erwachsenen Hund erfolgt die Übertragung vorwiegend durch Wurmeier im Kot, die sich in
der Umwelt zu infektionsfähigen Larven entwickeln. Sie gelangen über die Maulhöhle in den Magen-
Darmtrakt unserer Haustiere. Durch Schlecken, aber auch schon Schnüffeln an Hundehäufchen
und Vogelkot können sich Hunde jederzeit neu infizieren. Auch Menschen tragen an Schuhsohlen
die winzigen, nicht mit bloßem Auge sichtbaren Eier mit in die Wohnung und verbreiten sie
so.
Larven von Hakenwürmern sind sogar in der Lage durch die gesunde Haut des Hundes zu
dringen. Weiterhin ist ein Befall durch den Verzehr von rohem, mit Parasiten kontaminiertem
Fleisch oder z. B. im Falle von Bandwürmern auch indirekt über Haarlinge, Flöhe oder auch Mäuse
möglich.
Das Problem: Wurmbefall ist oft zunächst symptomlos. Hinweisend sind jedoch breiiger Kot und
Durchfall, stumpfes Fell und/oder Entwicklungsstörungen. Bei starkem Befall kann man Würmer im
Kot oder aber auch in Erbrochenem finden. Mehr als 20 Prozent aller Hunde tragen laut einer Studie
in ihrem Fell Spulwurmeier,an denen sich auch der Mensch anstecken kann 1 . Besonders in
Haushalten, in denen Kinder, alte oder kranke Menschen leben, ist daher regelmäßiges Entwurmen
angebracht und ratsam.
Mittel gegen die hierzulande zahlreichen Wurmarten sind in verschiedenen Formen auf dem Markt.
Am gebräuchlichsten sind Tabletten (auch in Form von Leckerli), Pasten oder Flüssigkeiten. Die
meisten Wirkstoffkombinationen bekämpfen alle in Deutschland relevanten intestinalen Rund- und
Bandwürmer des Hundes. Ein seit Kurzem erhältliches Entwurmungsmittel hat zusätzlich sogar die
Zulassung zur Bekämpfung von Spulwurm-Wanderlarven, die noch nicht den Darm erreicht haben.
Das ist hervorzuheben, weil mit den üblichen Präparaten nur die bereits im Darm des Hundes angesiedelten
späten Larvenstadien bzw. unreife und reife adulte Wurmstadien bekämpft werden
können.
Die regelmäßige Entwurmung ist aus hygienischer Sicht von größter Bedeutung, um sowohl Hund
als auch Mensch vor möglicher Ansteckung zu schützen. Doch: Eine Entwurmung funktioniert nicht
wie eine Impfung, sondern tötet nur die aktuelle Bürde vorhandener Würmer und Larvenstadien ab
und schützt lediglich eine gewisse Zeit vor Neubefall. Die ESCCAP (European Scientific Counsel
Companion Animal Parasites) – www.esccap.de –, eine internationale Vereinigung von Veterinär-parasitologen,
empfiehlt daher offiziell folgendes Entwurmungsschema:
Muttertiere 0 Tage 10 Tage vor der Geburt entwurmen
(auf Zulassung der Präparate achten)
Welpen ab dem
14. Lebenstag
alle 2 Wochen bis zum Absetzen gemeinsam mit der Mutter entwurmen,
dann noch 2 Mal
alle Hunde vierteljährlich bis hin zu 12 Mal im Jahr (z. B. Jagd- oder Zuchttiere)
gegen Spul- und Bandwürmer (und jeweils von den individuellen
Haltungsumständen abhängig zu machen)
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