Müssen bald wieder Straßenhunde sterben?
Rumänien erwägt, die Tötung von Straßenhunden wieder zu legalisieren Quelle: bmt e.V. 08.02.10
München, 9. Februar 2010. Mit fassungslosem Entsetzen haben der bmt und andere große Tierschutzorganisationen auf die neuesten Nachrichten aus Rumänien reagiert. Am 3. Februar hatte der Präfekt von Bukarest in einem Interview angekündigt, die Massentötungen von Straßenhunden wieder legalisieren zu wollen.
Aufgrund der umgehend im Internet gestarteten Petitionen korrigierte er sich gestern in den Medien und erklärte, in Übereinstimmung mit dem Gesetz handeln zu wollen. Da das Töten von Hunden verboten sei, plane er die Kasernierung von Straßenhunden, wie sie Italien derzeit betreibt, in großem Stil. Doch auch das Einsperren von Tausenden Hunden wird die Straßenhundpopulation nicht eindämmen können, kritisieren Tierschutzorganisationen, und bedeutet unermessliches Leid für die eingepferchten Tiere.
Diese wechselnden Ankündigungen sind deshalb umso schockierender, weil der bmt am 29. Januar mit den Stadtoberen aus Brasov in freundschaftlicher Übereinstimmung tiergerechte Lösungen für Straßenhunde beschlossen hat. Zu ihnen zählen u.a. die Schließung der Tötungsstation, die Durchführung von Kastrationsaktionen und der Aufbau eines Kastrationszentrums.
Seit dem 15. Januar 2008 ist das Töten von Straßenhunden in Rumänien gesetzlich verboten. Doch nun scheinen sich auf Regierungsebene abermals jene Kräfte durchzusetzen, die die barbarische Umgehensweise mit den Hunden in der Vergangenheit zu verantworten hatten.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die massenhafte Tötung die Population der Straßenhunde nicht senkt, sondern im Gegenteil stetig erhöht. Die einzig nachhaltige und tiergerechte Lösung ist die Kastration der Tiere.
Der bmt führt seit vergangenem Jahr Kastrationsaktionen nahe der Karpatenstadt Brasov durch und stellte dabei fest, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung sehr groß und viele Bürger um den Schutz und das Wohlergehen „ihrer“ Straßenhunde bemüht waren. Das nächste Kastrationsprojekt soll im Frühjahr starten, denn der bmt wird seine gemeinsame Arbeit mit der Stadt Brasov in jedem Fall fortsetzen.
Eine erste Protestkundgebung gegen die angekündigte Massentötung von Straßenhunden, an der auch der bmt teilnahm, fand bereits heute vor dem rumänischen Konsulat in München statt. Jeder einzelne kann mit der Unterzeichnung einer Petition dazu beitragen, die Regierung aus Bukarest von ihrem unpopulären Vorhaben abzubringen.
Weitere Infos zur Tierschutzarbeit in Rumänien finden Sie unter
www.bmt-auslandstierschutz.de. Sobald wir die letzten aktuellen Meldungen aus Rumänien erhalten haben, finden Sie hier auch Petition und Protestschreiben an den rumänischen Botschafter. Bitte unterzeichen Sie derweil alle verfügbaren Petitionen, um die rumänischen Regierung zum tiergerechten Umgang mit ihren Straßenhunden zu bewegen.
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