PM: Tierquälerische Hundehaltung in Thüringen aufgedeckt
30 Schäferhunde in Industriehalle eingepfercht Quelle: PETA Deutschland e.V. 29.03.10
Erfurt / Gerlingen, 29. März 2010 – Der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. wurden verdeckt aufgenommene Videoaufnahmen zugespielt. Sie zeigen ca. 30 Schäferhunde, die in einer alten Industriehalle in Erfurt-Gispersleben dahinvegetieren. PETA reagierte vergangene Woche mit einer symbolischen Besetzung des Geländes. Nun erstattet die Tierrechtsorganisation Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung und fordert rechtliche Konsequenzen.
„Die Aufnahmen sind erschreckend“, so Kampagnenleiter Stefan Bröckling von PETA Deutschland e. V. „Das Leid der Tiere ist den Haltern offensichtlich egal, es geht nur um Profit.“ Auf den verdeckt aufgenommenen Videoaufnahmen sind deutliche Verstöße gegen die Tierschutz-Hundeverordnung zu sehen: Die Schäferhunde sind in Zwinger eingesperrt, die teilweise zu klein sind. Ihnen wird jeder soziale Kontakt verwehrt; sie erfahren weder Zuneigung noch Aufmerksamkeit. Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt vor, dass Hunde die Möglichkeit haben müssen, nach draußen zu sehen, wenn Zwinger in geschlossenen Räumen stehen – dies ist in der Erfurter Anlage nicht der Fall. Alle Wassernäpfe sind zum Zeitpunkt der Aufnahmen leer. Mindestens ein Hund hat noch nicht einmal Sichtkontakt zu den anderen Tieren.
Die Hunde wirken allesamt vernachlässigt, sind verängstigt. PETA spricht sich generell gegen die Zwingerhaltung aus; in diesem speziellen Fall wurden jedoch noch nicht einmal minimale Vorschriften eingehalten. Nach Erhalt der erschreckenden Aufnahmen besetzte PETA am 23. März 2010 mit ca. 15 Personen symbolisch die Zufahrt des Geländes. Der zuständige Veterinär weigerte sich jedoch zu kommen: „Ich stürme doch keine Tierhaltung, die ich schon vor langer Zeit zugelassen habe.“ Die Erfurter Hundehaltung ist in Deutschland laut PETA kein Einzelfall. Der internationale Hundehandel boomt und auch bei deutschen Züchtern werden oftmals Hündinnen als „Gebärmaschinen“ benutzt. Haltung, Transport und Zucht der Tiere bleiben meist im Verborgenen, die Behörden reagieren nicht. Deswegen fordert PETA ein Heimtierschutzgesetz von der Bundesregierung.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.peta.de/heimtierschutzgesetz; kostenlose Protestpostkarten können unter info@peta.de bestellt werden.
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