Puszta, Paprika und getötete Hunde:
Ungarische Stadt Baja kehrt zu Tötungen zurück Quelle: Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. 04.05.10
Much, 6.5.2010. Die ungarische Stadt Baja hat nach über 15 Jahren wieder mit dem Töten von Streunerhunden begonnen. Nachdem in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten Tierschützer regelmäßig die in der Stadt aufgegriffenen Streuner in das 160 km entfernte Tierheim in Székesfehérvár gebracht hatten, stellte sich jetzt heraus, dass die Streuner für Baja eine lukrative Geldquelle waren: Die Stadt sammelte die Streuner der umliegenden Städte, kassierte von diesen für die Tötung und ließ die Tiere dann von den Tierschützern abholen. Mit der Rückkehr zu der grausamen Tötungspraxis offenbaren die Verantwortlichen nun, dass sie von der westlichen Zivilisation noch weit entfernt sind. Das Tierschutzprojekt Ungarn e.V., Partner des Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), hat Strafanzeige wegen Tierquälerei und Betrug gestellt.
"Die Verantwortlichen in Baja haben keine Moral. Ein Tierleben zählt bei ihnen nicht. Für sie zählt nur der Profit. Für ihr grausames Geschäft gehen sie über Tierleichen", kommentiert Wolfgang Stephanow, Erster Vorsitzender des Tierschutzprojekts Ungarn e.V., das sich seit 25 Jahren vor Ort engagiert. "Mit der Rückkehr zu der grausamen Tötungspraxis offenbaren die Verantwortlichen nun, dass sie von der westlichen Zivilisation noch weit entfernt sind."
Das Tierschutzprojekt Ungarn e.V. hat Strafanzeige gestellt. Außerdem hat es an den Bürgermeister und die Bürger der Stadt Waiblingen appelliert, nicht tatenlos wegzusehen, wenn in der Partnerstadt Baja Hunde totgeprügelt und erschlagen werden. "Schauen Sie nicht weg, wenn nach gemeinsamen Kulturveranstaltungen wenige hundert Meter entfernt Welpen und gesunde Hunde sinnlos getötet werden", so der Appell von Stephanow an die Partnerstadt.
Die Mitarbeiter des Tierschutzprojekts Ungarn hatten in langen und mühevollen Gesprächen vor 15 Jahren erwirkt, dass die Hunde in Baja nicht mehr getötet wurden. Vielmehr holten die Tierschützer die eingefangenen Tiere alle vier Wochen aus der Tötungsstation ab, um sie in das eigene Tierheim in Székesfehérvár zu transportieren, medizinisch zu versorgen und dann in tierliebe Hände zu vermitteln. Allerdings stieg die Zahl der Tiere von anfänglich fünf bis acht Hunden im Laufe der Jahre immer mehr an, bis schließlich im vergangenen Monat über 50 Hunde in Baja auf den lebensrettenden Transport warteten. Sie waren zusammengepfercht in viel zu kleinen Käfigen, zum Teil schwer verletzt und zerbissen. 28 Hunde mussten die Mitarbeiter des Tierschutzprojekts Ungarn zurücklassen, da weder der Platz im Transporter ausreichte noch Möglichkeiten zur Unterbringung so vieler Tiere im Tierheim bestanden. "Wir haben täglich die Todeskandidaten vor unserem inneren Auge, die auf ihren Henker warten. Die Tiere ihrem sicheren Tod zu überlassen ist die schwerste Entscheidung, die der Vorstand des Tierschutzprojekts Ungarn je hat treffen müssen. Doch bleibt uns die Hoffnung, dass wir mit unserer Anzeige Erfolg haben und in Zukunft das Töten in Baja ein Ende hat", erklärt Stephanow stellvertretend für den gesamten Vorstand.
Baja ist in Ungarn kein Einzelfall: Insgesamt 84 Hundefängeranlagen gibt es in dem EU-Land. In allen diesen Anlagen werden die Tiere nach Ablauf einer kurzen Frist getötet.
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