Hundeschule sollte niemals Drill sein
Auf der Suche nach der guten Hundeschule braucht man den richtigen Riecher Quelle: Miniwolf & Stubentiger 17.07.10
Löblich, wer sagt: Mein Hund soll etwas lernen. „Das müssen und wollen Hunde auch, aber es kommt auf die richtigen Lernmethoden an“, sagt die Tierpsychologin Marion Friedl (46) aus Goppertshofen bei Dachau (www.miniwolfundstubentiger.de). „Hundeschule sollte niemals Drill sein, sondern ein sanftes und interessantes Erziehungstraining. Schließlich will man ja keinen ängstlich kuschenden Befehlsempfänger, sondern einen lern- und arbeitsfreudigen Partner haben.“
Um eine gute Hundeschule zu finden, muss der Mensch den richtigen Riecher haben – fast wie ein Fährtenhund. Für diese Fährtensuche gibt es 10 tierisch gute Tipps:
1.Der Ton macht die Musik: Beobachten Sie, wie der Trainer mit Hund und Mensch spricht. Befehle im lautstarken Kasernenhof-Ton sollten tabu sein, aber ein strenges, deutliches Kommando ist erlaubt. Zum Training gehört aber auch der freundliche, lobende Tonfall und die Belohnung für den braven Hund.
2.Gute Trainer arbeiten nicht nur mit der Stimme, sondern auch mit Sichtzeichen (z.B. erhobener Zeigefinger bedeutet Sitz, gesenkte Handfläche = Platz).
3.Die Übungen sollten nicht nur auf dem Übungsplatz stattfinden, sondern auch in Alltagssituationen (z.B. beim Spaziergang, beim Stadtbummel etc.)
4.Geübt wird nicht nur in der Gruppe, sondern auch einzeln.
5.Eine Übungseinheit muss auch Pausen (mit Trinkwasser) beinhalten. Jüngere Hunde brauchen öfter Pausen als ältere Hunde; eine Übungseinheit darf max. 60 Minuten inkl. mindestens 15 Minuten Pause dauern.
6.Eine gute Hundeschule achtet auf den Impf- und Versicherungsschutz.
7.Für die Hundeschule angenommen werden Hunde ab ca. 9 Monaten; vorher kann in der Welpenspielstunde spielerisch gelernt werden.
8.Preis und Dauer der Hundeschule sind ebenfalls wichtig: Meist werden 10 Unterrichtseinheiten im Paket angeboten; angemessen ist hierfür ein Preis von wenigstens 80 € bis maximal 120 € pro Teilnehmer. Wer jedoch ausschließlich ein Einzeltraining wünscht, muss mit höheren Preisen rechnen.
9.Übrigens: In die Hundeschule gehen Hund und Besitzer gemeinsam. Man gibt den Hund nicht einfach ab. Es wird auch gemeinsam gelernt – für den Menschen gibt’s idealerweise zusätzlich zum praktischen Training noch Theorie.
10. Nutzen Sie zum Ausprobieren eine Schnupperstunde oder schauen Sie erst mal zu, bevor sie einen Kurs fest buchen. So können Sie sich ein Bild von der Arbeit der Trainer und der Lernfreude der Zwei- und Vierbeiner machen.
Im Erziehungs-Grundkurs werden vor allem die Kommandos Sitz, Platz, Komm, Bleib und Bei Fuß geübt. Ein Fortgeschrittenen-Kurs baut auf diesen Grundkommandos auf, trainiert diese bei Ablenkung und übt zusätzliche Aufgaben, wie z.B. Steh, Bring oder Such. Wer das beherrscht, der kann sich nach einem Spezialtraining (Agility, Fährtensuche, Rettungsdienst etc.) umsehen.
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