Stoppt Qualvolle Welpen-Transporte!
Nur Tierliebhaber können qualvolle Welpen-Transporte stoppen Quelle: Bayerische Landestierärztekammer 06.02.12
„Der qualvolle Import von jungen Hunden aus dem Ausland wird nur dann enden, wenn
Hundeliebhaber aufhören, solche Welpen zu kaufen“. Darauf weist Prof. Dr. Theo Mantel,
Präsident der Bayerischen Landestierärztekammer und der Bundestierärztekammer hin. Er
rät angehenden Besitzern daher dringend, Welpen nur bei Züchtern zu kaufen, bei denen
das Muttertier und die ggf. noch vorhandenen Wurfgeschwister besichtigt werden können
und deren Gesundheit und angstfreies Verhalten offensichtlich ist, oder ihren Hund im Tier-
heim zu erwerben.
Aktueller Anlass für diesen Aufruf ist ein Transport mit fast 100 Welpen, der aus Ungarn
kam und bei Erlangen im Rahmen einer Verkehrskontrolle gestoppt wurde. Der Fall vereint
Tierschutz- und Gesundheitsprobleme, die bei diesen illegalen Importen und den daraus
hervorgehenden „Billigwelpen“ regelmäßig zu beklagen sind. Die nur 4-5 Wochen alten Wel-
pen waren grausam zusammengepfercht und ohne Versorgung mit Wasser oder Futter.
Daher müssen sie nun im Tierheim intensiv medizinisch betreut werden, zumal sie stark
verwurmt sind und in diesem Alter keinen Impfschutz haben können. Schon allein der
Transport so junger Welpen ohne die Muttertiere stellt einen schweren Verstoß gegen das
Tierschutzrecht dar. Welpen dürfen nicht vor Ablauf der 8. Woche von ihrer Mutter getrennt
werden.
Der Kauf eines „Billigwelpen“ fördert diese Tierquälerei und ist am Ende für die neuen Besit-
zer wesentlich aufwändiger und teuerer, als wenn sie einen Hund bei einem guten Züchter
oder im Tierheim erworben hätten:
• Importierte Welpen werden – u.a. wegen fehlender Entwurmung und fehlender oder un-
vollständiger Impfungen – sehr häufig nach dem Erwerb schwer krank und brauchen ei-
ne intensive und kostenaufwändige tierärztliche Behandlung. Trotzdem verenden leider
viele dieser Welpen.
• „Billigwelpen“ entwickeln später oft Verhaltensprobleme. Die entscheidende Phase, in
der das grundlegende Verhalten eines Hundes geprägt wird, ist zwischen der 3. und 14.
Lebenswoche. Werden die Welpen von der Mutter und den Geschwistern frühzeitig ge-
trennt und haben in dieser „sensiblen Phase“ keinen ausreichenden Kontakt zu (tier-
freundlichen) Menschen und ihren üblichen Verhaltensweisen, werden die Welpen ängst-
lich und zeigen kein angemessenes Verhalten im Alltag und gegenüber anderen Hun-
den. Dies hält sich – auch wenn später viele gute Erfahrungen folgen – oft ein Leben
lang und kann das Zusammenleben von Hund und Besitzer sehr unerfreulich gestalten.
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