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   Champ… wenn die Hormone verrückt spielen!

Eine Geschichte von Sabine und Johannes Rübsteck

Hallo liebe Leser, erinnert Ihr Euch noch an mich? Hatte schon einen kleinen Artikel geschrieben, als ich gerade erst 5 Monate alt war.

Tja, auch ich bin älter geworden und viel, viel schlauer als vorher, dass hat aber nichts damit zu tun, dass ich bis zum Studium in die Hundeschule musste!!! Jetzt habe ich alle Klassen hinter mir (Gott sei Dank) und meine Lieben üben weiter mit mir, wozu ich übrigens immer noch keine Lust habe. Auf meinen Namen zu hören fällt mir sichtlich schwer. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich eigentlich "Cäsar" heiße und meine Adoptiveltern, Sabine und Johannes, mich auf "Champ" umgetauft haben. Cäsar, was ist das doch für ein toller Name. Passte eigentlich besser zur mir, da ich der Herrscher unseres Hauses bin, königlich behandelt werden möchte und ein Gefolge von vielen lieben Menschen habe. Okay, Gesetze kann ich leider nicht durchbringen, aber ich arbeite noch daran. Rom ist ja auch nicht an einem Tag entstanden. Irgendwann wird sich schon ein Wille von mir durchsetzen. Da bin ich mir ganz sicher.

Im Januar 2009 spielte sich eines nachts ein Drama ab. Ich war übrigens nicht ganz unbeteiligt an dieser Sache, sagen wir mal so, ich war tatsächlich der Übeltäter! Also los geht's:

Champ
Ich bin ja jetzt in dem Alter wo man auch gerne mal nach hübschen Hündinnen Ausschau hält. Wenn diese Hündinnen "heiß" sind, spielen bei mir die Hormone verrückt. Bei uns Hunden ist es eben nicht anders als bei den Menschen. Ich konnte also eines nachts nicht schlafen und dachte mir, ach, geh doch mal nach Draußen und schnüffle so herum, was denn heute an unserem Haus so vorbeigezogen ist! Da Johannes und Sabine bis dato sehr stolz auf mich waren, dass ich sie stets geweckt habe, wenn ich Gassi gehen musste, egal um welche Uhrzeit, dachte ich mir, okay, jetzt tust du so, als wenn Du Gassi gehen musst. Es war natürlich sehr gemein von mir, da es sich um 3.00 Uhr morgens handelte. Also trabte ich ins Schlafzimmer und weckte meinen Johannes. Der stieg auch sofort aus seinem Bett, sprang in die Jogginghose und ging mit mir nach Draußen. Wir haben ein Haus, direkt am Wald und ich durfte - bis zu dieser Nacht - immer ohne Leine laufen. In dieser Nacht rannte ich also die Böschung hoch und schnupperte, was das Zeug hält. Natürlich hörte ich Johannes immerzu "CCHHAAMMPP" rufen, aber da meine Hormone verrückt spielten, hatte ich natürlich keine Lust, zu ihm zu kommen. Wieso hat er das eigentlich nicht verstanden? Nebenbei gesagt, es waren doch nur -16 Grad, was stellt der sich an, ich war ja bei dieser Kälte auch draußen und dass sogar ohne Jogginghose.

Johannes bekam so langsam Gefrierbrand und ging dann, ohne auf mich zu warten wieder nach Hause. Endlich hatte ich freie Bahn und konnte machen was ich wollte. 1 Stunde später hatte ich keine Lust mehr und meine Hormone erholten sich langsam, lag vielleicht an der Kälte, und ich trottete nach Hause. In Gedanken malte ich mir schon aus, was auf mich zukam. War vielleicht das Haus verschlossen? Durfte ich überhaupt noch nach Hause kommen? Wird mit mir ganz fürchterlich geschimpft? Diese Dinge beschäftigten mich mit einem Mal sehr. An unserem Haus angekommen war meine Freude groß, mein Johannes saß auf einem Stuhl direkt in der Haustür und wartete bestimmt auf mich. Freudestrahlend lief ich auf ihn zu, doch was war das? In seinen Augen konnte ich keine Freude, sondern nur rot glühende Wutfunken entdecken! Gefahr in Verzug dachte ich und blieb auf Distanz! Ich blieb in sicherer Entfernung vor dem Haus sitzen und warte auf die Dinge, die da kommen"!

Johannes saß, wie gesagt, in der Haustür und rief mich zu sich. Ich wollte aber nicht, da ich nicht wusste, was auf mich zukam. Ich blieb also in der Eiseskälte sitzen. Dann schrie Johannes: "Wenn ich Dich zufassen bekomme, dann wirst Du morgen kastriert"!!! Sagt mal ehrlich, welcher Hund würde bei so einer Aussage freiwillig nach Hause kommen? Ich jedenfalls nicht! Ich dachte mit Schrecken daran, ab dem nächsten Tag kein Rüde mehr zu sein, sondern für alle anderen Hunde nur noch ein "Neutron"!

Schrecklicher Gedanke! Daher rührte ich mich nicht vom Fleck! Dann wurde Sabine gerufen, die mit meinem Lieblings-Leckerchen, einem getrockneten Schweineohr, auf mich zukam und sanft auf mich einredete. Natürlich habe ich diese Taktik durchschaut und wich zurück, obwohl mir das Wasser im Maul zusammen gelaufen ist. Dann lockten sie mich in die Garage (nach 2 Stunden) und schlossen das Garagentor. Ich war gefangen aber einfangen ließ ich mich trotzdem nicht. Wir rannten alle Drei, Johannes, Sabine und ich immer um das Auto herum. Wechselten die Beiden die Richtung, wechselte ich sie auch. Nach einer halben Stunde habe ich dann aufgegeben. Jetzt war ich müde und wollte eigentlich nur noch schlafen. Bestraft wurde ich übrigens nicht für meine Aktion, da die Beiden froh waren, als ich endlich diese Rennerei aufgegeben habe und sie auch wieder ins Bett konnten.

Und dann wurde die Drohung wahr gemacht: 1 Woche später wurde ich kastriert. Schrecklich oder? Seit der Kastration ist der Tierarzt mein "bester Freund"! Ihr wisst schon, wie ich das meine oder? Was meine Lieben jedoch nicht wissen ist, dass meine Hormone immer noch nicht ganz auf den Nullpunkt gesunken sind. Ab und zu genieße ich es noch immer, dem Geruch der Hündinnen zu folgen. Die OP habe ich übrigens gut überstanden, da habe ich meinem Namen "Champ" alle Ehre gemacht. Nach der Narkose habe ich ein wenig gefroren und dann hat mich die Sabine in warme Decken gehüllt. Man, ging es mir gut! Was wehleidige Blicke so alles ausrichten können. Genial, werde ich mir merken. Ich wurde an diesem Tag so richtig verwöhnt und laufend gestreichelt. Jedem der vorbei kam, habe ich meine Narbe gezeigt. Sollten doch alle sehen, was die mit mir gemacht haben!!!! Jetzt geht es mir blendend und auf krumme Gedanken komme ich immer noch!!!

Ich bin eben ein Wirbelwind und genieße die Freiheit. Über grüne Wiesen rennen, den Schmetterlingen hinterher laufen, Katzen jagen (sorry Katzenfreunde!), in unseren Teich hopsen, so dass die Fischer vor Schreck aus dem Wasser springen, die Seerosen anknabbern, den Wespen hinterher springen, mit Johannes und seinem Pferd durch die Wälder streifen, meiner Sabine den Hundeknochen auf den Schoß legen, damit sie ihn festhält und ich ihn dann besser kauen kann. All diese Dinge liebe und genieße ich!

Habt Ihr es auch so gut wie ich? Wenn nicht, dann gebe ich Euch gern ein paar Tipps!

Es grüßt Euch
Euer "König Champ", was brauche ich jetzt noch den Namen "Cäsar"?


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